Inflation: Sprit billiger, Gemüse & Fisch nicht

Erstmals seit zweieinhalb Jahren ist in Österreich die Teuerung wieder unter die 2-Prozent-Marke gefallen, bei der die EZB von einer Preisstabilität ausgeht. Im April verringerte sich die Inflationsrate - von 2,3 Prozent im März - auf 1,9 Prozent, den niedrigsten Wert seit November 2010. Ohne billigere Mineralölprodukte hätte die Teuerung aber auch jetzt 2,3 Prozent betragen, erklärte die Statistik Austria am Donnerstag.

Erstmals seit zweieinhalb Jahren ist in Österreich die Teuerung wieder unter die 2-Prozent-Marke gefallen, bei der die EZB von einer Preisstabilität ausgeht. Im April verringerte sich - von 2,3 Prozent im März - auf 1,9 Prozent, den niedrigsten Wert seit November 2010. Ohne billigere Mineralölprodukte hätte die Teuerung aber auch jetzt 2,3 Prozent betragen, erklärte die Statistik Austria am Donnerstag.

Hauptverantwortlich für die schwächere Preisdynamik waren die im Jahresabstand um 7,2 Prozent niedrigeren Spritpreise. Da die Heizölpreise mit -8,4 Prozent ebenfalls stark zurückgingen, fielen die Teuerungen im Bereich "Wohnung, Wasser, Energie" mit +2,5 Prozent nicht mehr so kräftig aus wie in den Monaten davor. Dagegen nahm bei Nahrungsmitteln der Preisdruck auf +4,1 Prozent zu.

Der für die Eurozone ermittelte Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs erhöhte sich im April im Jahresabstand um 2,1 (2,4) Prozent. Auch die Teuerung bei den typischen Ausgaben von Pensionistenhaushalten (PIPH) legte mit 2,3 (2,4) Prozent - wie meistens - stärker zu als der allgemeine VPI.

Der tägliche Einkauf bleibt teuer

Wieder spürbar teurer kam im April mit 3,7 Prozent Anstieg im Jahresabstand der typische tägliche Einkauf, der vor allem Nahrungsmittel enthält, deren Preise um 4,1 Prozent zulegten. Im März hatte der Tageseinkauf lediglich 2,4 Prozent mehr gekostet.

Der "Miniwarenkorb", der einen üblichen wöchentlichen Einkauf abbildet und deshalb neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch die Spritpreise umfasst, kam dagegen im Jahresabstand diesmal nur um 0,6 (0,9) Prozent teurer, weil die Treibstoffe (-7,2 Prozent) preisdämpfend wirkten.

Trotz der Entspannung bei den Spritpreisen wies im April die größte Teuerungsdynamik im Jahresabstand die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" mit +2,5 Prozent auf. Dabei stiegen die Wohnungsmieten um 3,3 Prozent, die Betriebskosten für Miet- und Eigentumswohnungen sogar um je 4,6 Prozent.

Diese Produkte kosten weiter zu viel

Etwas moderater fiel dagegen mit +2,0 Prozent der Anstieg der Kosten für die Instandhaltung von Wohnungen sowie für Haushaltsenergie (+1,9 Prozent) aus. Strom verteuerte sich binnen Jahresfrist um 5,8 Prozent, Fernwärme um 6,2 Prozent, Gas um 0,1 Prozent, dafür wurde Heizöl um 8,4 Prozent billiger.

Um 3,8 Prozent - und damit deutlich kräftiger - legten die Preise im April bei "Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken" zu, im März hatte der Preisanstieg hier im Jahresabstand nur 2,6 Prozent ausgemacht. Für die deutliche Aufwärtstendenz waren vor allem die im Schnitt um 4,1 Prozent kostspieligeren Nahrungsmittel verantwortlich.

Fleisch + 6,7 Prozent

Gemüse + 8,8 Prozent

Brot und Getreideerzeugnisse + 3,5 Prozent

Fisch + 9,2 Prozent

Obst - 1,5 Prozent

Alkoholfreie Getränke + 1,8 Prozent

Orangensaft + 6,5 Prozent

Die Teuerungen bei "Restaurants und Hotels" von 3,4 Prozent wurden primär von höheren Kosten für Bewirtungsdienstleistungen (+3,8 Prozent) verursacht. Die Beherbergungsdienstleistungen kosteten dagegen nur um 1,7 Prozent mehr.

Im Monatsabstand - von März auf April - erwies sich die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" mit +0,5 Prozent als Hauptpreistreiber. Verantwortlich dafür waren vor allem Teuerungen bei Fisch (+6,4 Prozent), Fleisch und Gemüse (je +0,8 Prozent) sowie Milch (+2,2 Prozent).

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