Italien: Traurige Rekorde bei Toten und Anzeigen

Italien ringt weiter mit dem Coronavirus. Die Zahl der Neuinfektionen und Toten steigt weiter an. Auch die Zahl der Anzeigen wegen Verletzung der Quarantäne ist auf Rekordhoch.
In Italien hat es binnen eines Tages so viele Todesfälle infolge der Virusinfektion gegeben wie nie zuvor. Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und der Infizierten in Italien ist erneut rasant angestiegen. 793 Todesopfer wurden am Samstag in ganz Italien gemeldet – so viele wie nie zuvor innerhalb von 24 Stunden. Bisher waren es höchstens 475 Tote an einem Tag. In China, wo die Pandemie ihren Ursprung hat, waren nie mehr als 150 Tote an einem Tag gemeldet worden.

Die Bilanz der Todesopfer in Italien kletterte damit auf 4.825 Personen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Die Zahl der Infizierten stieg auf 42.681., wie die Zivilschutzbehörde mitteilte. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg zuletzt um knapp 15 Prozent auf 47.021. Bei den Todesfällen beträgt das Plus über 18 Prozent.

Schuld daran könnten laut italienischen Medien auch Verstöße gegen die Ausgangssperren sein. Während die Zahl der Neuinfektionen in der Lombardei insgesamt im Schnitt abflacht oder leicht absinkt, steigt sie in Mailand immer noch weiter an.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Anzeigen-Rekord

Die Zahl der wegen Verstößen gegen die Ausgangssperre angezeigten Italiener hat ein Rekordhoch erreicht. Allein am Donnerstag wurden 200.000 Personen kontrolliert, 9.407 wurden angezeigt, teilte das Innenministerium in Rom am Freitag mit. Seit Beginn der Kontrollen am 11. März waren noch nie so viele Personen angezeigt worden.

Fast 100.000 Geschäfte wurden allein am Donnerstag kontrolliert. 205 Geschäftsbesitzer wurden angezeigt und 21 von ihnen wurde die Lizenz entzogen. Seit Einführung der Kontrollen wurden 1,4 Millionen Italiener kontrolliert.

Wer sich nicht an die Vorschriften hält, verletzt Paragraf 650 des italienischen Strafgesetzbuches, der Missachtung von Behördenverordnungen ahndet. Dabei drohen drei Monate Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 206 Euro. Während der Quarantäne dürfen Italiener nur aus beruflichen oder dringenden Gründen auf die Straßen sowie um kurze Einkäufe zu erledigen. Sie können dabei von der Polizei kontrolliert werden.

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