Jeder zweite Bewerber erhält keine Antwort

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Gut die Hälfte der Jobsuchenden hört nach der Bewerbung nichts mehr. Das zeigt eine aktuelle Arbeitsmarkt-Studie.
Kaum ist die Bewerbung abgeschickt, beginnt das große Warten. Doch was, wenn nie eine Antwort vom potenziellen neuen Arbeitgeber kommt? Genau das erlebt jeder zweite Schweizer Bewerber, wie die aktuelle Arbeitsmarkt-Studie 2019 von Jobcloud zeigt.

Persönliche Absage ist gewünscht

Eine solche Verhaltensweise ärgert Personalexperte Jörg Buckmann. "Keine Rückmeldung zu geben, ist eine Frechheit", sagt er zu 20 Minuten. Es gebe keinen Grund, auf Bewerbungen nicht zu antworten. "Diese Unternehmen sind schlicht arrogant und faul." Ist die Bewerbung besonders schludrig und unsorgfältig, könne es allerdings im Einzelfall nachvollziehbar sein, dass keine Antwort erfolgt, so Buckmann.

Kommt doch eine Antwort, handelt es sich laut Studie in 80 Prozent der Fälle um ein vorgefertigtes E-Mail, das darüber informiert, dass der Bewerber für die Stelle nicht infrage kommt. Beim Großteil der Befragten kommt das nicht gut an: 73 Prozent hätten sich eine persönliche Antwort gewünscht, idealerweise mit einer Begründung. Dieser Wunsch sei utopisch, findet Buckmann. "Dafür fehlen die Ressourcen und die Zeit."

CommentCreated with Sketch.29 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Obwohl standardisierte Antworten unbeliebt sind, können sich die meisten Menschen mit den Standardbewerbungsformularen anfreunden. Diese sind übersichtlicher und ermöglichen den Unternehmen einen effizienteren Umgang mit den Bewerbungsdossiers, wie Jobcloud-Chef Davide Villa sagt.

Sich mit einem Video zu bewerben, lehnt knapp die Hälfte der Befragten in der Studie ab. Auch will ein Viertel das Vorstellungsgespräch nicht per Videochat führen.

Mehr Menschen auf Jobsuche

Laut der Studie suchen auch immer mehr Personen nach einem neuen Job, sei es aktiv oder passiv. So halten 28 Prozent Ausschau nach einer neuen Stelle, 2010 waren es noch 20 Prozent. Aktiv beworben haben sich aber nur 19 Prozent. Die Suchenden sind aber nicht zwingend unzufrieden mit ihrem eigenen Job: Wer die Stelle wechselt, möchte in erster Linie mehr Geld verdienen.

Ein höherer Lohn motiviert allerdings nicht dazu, den bisherigen Job zu behalten. Hier spielt die gute Beziehung zu den Teamkollegen eine viel wichtigere Rolle. An der Arbeitsmarkt-Studie haben 2556 Personen zwischen 16 und 60 Jahren teilgenommen, die nicht pensioniert sind.
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