Kanzler Faymann auf Besuch bei Merkel in Berlin

Am Ende gab es ein Küsschen, Angela Merkel winkte und man merkte: Die Achse Wien-Berlin hält in der Flüchtlingskrise. Gut für beide Seiten.

Einen Tag lang war Kanzler Faymann (begleitet von "Heute") gestern auf Besuch in Berlin. Er trat im ARD-Morgenjournal auf, traf SPD-Chef Gabriel, hielt den Eröffnungsvortrag beim Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen" im edlen Hotel Adlon am Brandenburger Tor. 18 Minuten freie Rede, viel Kopfnicken, langer Applaus. In Deutschland ist Faymann eine anerkannte Größe, in der Berliner Luft holt sich der Kanzler den Atem für die Grabenkämpfe daheim.

Faymann spricht über die Flüchtlingskrise. "Viel weniger appellieren, lieber pragmatisch Taten setzen", fordert er. Und: "Europa sollte keinen Wettbewerb starten, wer den höchsten Zaun bauen kann."

Per Eskorte geht es dann ins Kanzleramt, Angela Merkel wartet am Eingang, führt Faymann in den 7. Stock, ihr Reich. Die deutsche Kanzlerin lobt Österreich und meint damit auch Faymann. "Alles ist jetzt viel geordneter", eng und vertrauensvoll sei die Zusammenarbeit. Ach wie gut tut sie doch, die Berliner Luft.

Die EU müsse rascher handeln, sagt Merkel, Hotspots in Italien und Griechenland schnell bauen. "Nicht nur als Registrierungszentren, sondern auch als Verteilungszentren für Europa." Am Freitag wird es für die Kanzlerin haariger. Sie muss zum CSU-Parteitag, eine Rede halten. Unmittelbar davor stimmen 1.000 Delegierte über einen Vorschlag ab: eine fixe Obergrenze bei der Zahl der Asylwerber 2016.

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