Keine Ausländer: Es fehlen Tausende Erntehelfer

Erntehelfer dringend gesucht (Symbolbild)
Erntehelfer dringend gesucht (Symbolbild)Bild: picturedesk.com
Ohne Erntehelfer verrotten unsere Lebensmittel auf den Feldern. Weil die meisten Erntehelfer aus dem Ausland kommen, fehlen hier Tausende Arbeiter.
"Wir wollen nicht, dass die Ernte auf den Feldern verrottet", sagt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Freitag. Sie zeichnet ein drastisches Bild und präsentiert gleichzeitig Maßnahmen, um die Landwirtschaft in der derzeitigen Situation zu unterstützen.

Erntehelfer dringend gesucht

Denn es fehlen Tausende Erntehelfer, die die eigentlich ausreichend produzierten Lebensmittel im Land ernten sollten. Diese Hilfskräfte sind zum Großteil Ausländer, sie können nun aufgrund von Grenzschließungen, aber auch von Coronaerkrankungen nicht mehr nach Österreich kommen. Schon jetzt fehlen deshalb 5.000 Erntehelfer - Tendenz aufgrund des beginnenden Frühlings steigend.

Und auch in der Fleischverarbeitung sieht es ähnlich aus: Hier werden 9.000 Arbeitskräfte benötigt, sagt Köstinger. Sie appelliert an alle Menschen im Land, die derzeit freie Zeit zur Verfügung haben, sich zu melden und die Landwirtschaft zu unterstützen.

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Um das zu erleichtern, hat die Regierung die Plattform "dielebensmittelhelfer.at" online gestellt. Interessierte können hier leicht und rasch vermittelt werden, die Arbeit wird bezahlt. Auf der Website werden zahlreiche Fragen und Antworten zu der Initiative beantwortet.

An wen richtet sich das Angebot? Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Gastronomie könnten - weil sie ja derzeit nicht arbeiten dürfen - ihr Können in der Fleischverarbeitung einsetzen. Aber auch Studentinnen und Studenten sind aufgerufen, einzuspringen.

Zivildiener und Soldaten können für diese Tätigkeiten nämlich nicht einspringen. Die einen werden im Pflegebereich (Stichwort 24h-Pflege), die anderen beim Assistenzeinsatz für die Polizei gebraucht.

"Kurzarbeit vor Kündigung"

Eine weitere Neuerung stellte zuvor Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) vor. Mit einem neuen Kurzarbeitsrechner auf der AMS-Website soll es Unternehmen leichter werden einzuschätzen, wie die Kurzarbeit ihnen zugute kommen würde.

"Kurzarbeit vor Kündigung" appelliert Aschbacher nochmal eindringlich. Das AMS hat dazu seine Betreuer in diesem Bereich massiv aufgestockt: "Wir tun alles, um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern."



Kündigungen rückgängig machen

Sie bekräftigt noch einmal: Unternehmen brauchen sich vor der Kurzarbeit nicht zu fürchten, das AMS übernimmt vom ersten Tag an sämtliche Kosten, unter anderem Lohnsteuer- und Sozialversicherungskosten.

Das Interesse an der neuen Corona-Kurzarbeit ist - nach Aschbachers Angaben - enorm von Seiten der Unternehmen. Sie weist auch darauf hin: Bereits getätigte Kündigungen können auch zugunsten von Kurzarbeit zurückgenommen werden. So haben einerseits die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Sicherheit, aber auch die Unternehmen wissen: Wenn das alles vorbei ist, können wir mit der alten Mannschaft durchstarten.

Arbeitskräfte dort, wo sie gebraucht werden

Als weiteren Schwerpunkt setzt das AMS in diesen Tagen, Arbeitskräfte dorthin zu vermitteln, wo sie gerade dringend gebraucht werden.

Das kann die Erntehilfe sein. Aber auch der Lebensmitteleinzelhandel. An alle, die derzeit Kapazitäten zur Verfügung haben, appelliert auch Aschbacher: "Melden Sie sich beim AMS. Unterstützen Sie unser Land."

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