Kind wurde ins Auto gezerrt und entführt

Bild: Sabine Hertel/Privat/Heute.at-Montage

Mehrere Männer packten auf offener Straße einen kleinen Buben (4), steckten ihn in einen Kastenwagen und verschwanden - doch die Polizei kann aufgrund der Rechtslage nichts machen.

Mehrere Männer packten auf offener Straße einen kleinen Buben (4), steckten ihn in einen Kastenwagen und verschwanden – doch die Polizei kann aufgrund der Rechtslage nichts machen.

Klaus (4, Name geändert) wurde in Wien-Neubau seinem Kindermädchen entrissen und in ein Auto gezerrt . Im Inneren des Wagen befand sich angeblich seine Mutter (35), weswegen die Polizei auch nicht ermitteln kann! Denn die Ungarin besitzt – so wie der Wiener Vater Thomas N. (46, Name geändert) – das Sorgerecht für den Buben. Somit ist der Vorfall strafrechtlich nicht relevant.

Die Mutter dürfte sich in ihre Heimat abgesetzt haben, wo sie aber nach dortigem Recht eine Straftat begangen haben könnte: Ein Gericht hatte nämlich festgestellt, dass der Bub in Wien wohnen soll. Daher hat Thomas N. jetzt Anzeige in Ungarn erstattet. Die Polizei suchte dort bisher erfolglos nach der Mutter.
Armbruch von Bub löste Entführungsdrama aus

Die Eltern des kleinen Klaus hatten sich 2009 in England kennengelernt, wo beide als Wissenschaftler tätig waren. Ein Jahr später wurde der Bub in Ungarn, der Heimat der Mutter, geboren. Die Beziehung des Paares zerbrach, man blieb aber in gutem Kontakt und teilte sich die Obsorge.

Als der Wiener Vater im März 2014 seinen Sohn abholte, stellte er fest, dass dessen Arm gebrochen war – die Mutter hatte es zwei Tage lang nicht bemerkt! Daraufhin stellte der Vater einen Antrag auf alleinige Obsorge in Österreich, was wohl der Auslöser für die Kindesentziehung war. Die Rechtslage ist kompliziert, erklärt die Anwältin des Vaters, Britta Schönhart: "Wir haben aber großes Vertrauen in die heimische Justiz."

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