Kinder drohen zu erblinden – Familie geht auf Weltreise

Drei der vier Kinder von Edith Lemay und Sebastian Pelletier haben Retinitis pigmentosa. Eine Krankheit, bei der sich die Sehfähigkeit der Betroffenen immer weiter verschlechtert.
Drei der vier Kinder von Edith Lemay und Sebastian Pelletier haben Retinitis pigmentosa. Eine Krankheit, bei der sich die Sehfähigkeit der Betroffenen immer weiter verschlechtert.Instagram/ Edith Lemay
Weil drei seiner vier Kinder eine Krankheit haben, an der sie erblinden könnten, entschied sich ein Paar, die Welt zu bereisen.

Als seine Tochter Mia drei Jahre alt war, bemerkte das kanadische Paar Edith Lemay und Sebastien Pelletier, dass sie Sehprobleme hatte. Einige Jahre später wurde bei ihr Retinitis pigmentosa diagnostiziert. Bei Betroffenen wird das sehfähige Gewebe langsam zerstört, weshalb sie immer weniger sehen und erblinden.

Kinder sollen "visuelle Erinnerungen" sammeln

Als auch zwei weitere seiner vier Kinder mit Retinitis pigmentosa diagnostiziert wurden, entschied das Paar, mit seiner Familie die Welt zu bereisen. Auf die Idee kam Lemay, als Mias Arzt empfahl, sie mit «visuellen Erinnerungen" zu beschäftigen. "Ich dachte: 'Ich zeige ihr keinen Elefanten in einem Buch, ich nehme sie mit, um einen echten Elefanten zu sehen – und ich werde ihr visuelles Gedächtnis mit den besten und schönsten Bildern füllen, die ich finden kann'", so Lemay gegenüber CNN.

Die Abreise wurde durch Corona um zwei Jahre verzögert, doch im März brach das Paar mit Mia (12), Leo (9), Colin (7) und Laurent (5) von Montreal nach Namibia auf. Vor der Abreise erstellten sie gemeinsam eine Bucket List. Die Ideen darauf waren sehr spezifisch – beispielsweise wollte Laurent auf einem Kamel sitzend einen Saft trinken. Auf ihrem Instagram-Account teilt Edith Lemay Bilder und Berichte der Reise.

"Unglaubliche Tiere gesehen"

"Wir konzentrieren uns neben Sehenswürdigkeiten auch sehr auf die Fauna und Flora. Wir haben in Afrika, aber auch in der Türkei und anderswo unglaubliche Tiere gesehen", so Lemay zu CNN. Es sei ihnen wichtig, Sachen zu sehen und zu erleben, die sie zu Hause nicht sehen könnten, und ihren Kindern unglaubliche Erfahrungen zu ermöglichen. Bisher waren sie in Namibia, Sambia, Tansania, der Türkei, der Mongolei und Indonesien.

Sie hoffen auch, dass die Kinder auf der Reise Fähigkeiten erlernen, die ihnen dabei helfen, mit ihrer Krankheit umzugehen. Während Mia, seit sie sieben sei, von ihrer Krankheit wisse, hätten Colin und Laurent erst vor kurzem davon erfahren. "Mama, was bedeutet es, blind zu sein? Werde ich Auto fahren können?", habe er seine Mutter gefragt. "Er ist fünf. Aber langsam versteht er, was hier passiert. Für ihn war es ein normales Gespräch. Aber für mich war es herzzerreißend."

Die Kinder seien sehr neugierig und gewöhnten sich schnell an neue Situationen. Ausserdem habe sich ihre Beziehung untereinander gestärkt. Ihre Eltern hoffen, dass sie sich auch in Zukunft gegenseitig unterstützen können.

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