Klub lässt Zehnjährige für Militäroffensive salutier...

Der belgische Klub FC Beringen lässt Zehnjährige mit türkischen Wurzeln für die türkische Militär-Offensive in Nordsyrien salutieren.
Der belgische Klub FC Beringen lässt Zehnjährige mit türkischen Wurzeln für die türkische Militär-Offensive in Nordsyrien salutieren.Bild: Screenshot
Eklat in Belgien. Der Klub Turkse FC Beringen teilt ein Foto, das U10-Spieler beim Salut für türkische Truppen zeigt.

Die Türkei steht hart in der Kritik. Die Militäroffensive gegen kurdische Truppen in Nordsyrien sorgt international für heftige Reaktionen. Die Debatte hat längst den Sport erreicht.

Die türkischen Nationalspieler jubelten beim 1:0 gegen Albanien und 1:1 in Frankreich in der EM-Qualifikation mit einem Salut – ein Militärgruß für die türkischen Gruppen. Politische und religiöse Statements auf dem Fußballplatz sind eigentlich Verboten. Den Kickern und der Nation drohen Konsequenzen von der Uefa.

Ein Bild aus Belgien sorgt für einen Aufschrei. Es schockiert. Darauf zu sehen: Elf Buben und ihr Trainer, die in einer Umkleidekabine vor einer türkischen Fahne salutieren.

Schon bei den Teamspielern der Türkei wird scharf kritisiert, dass Sportler von Machthaber Recep Tayyip Erdogan instrumentalisiert werden und in einer Zwickmühle stecken. Die Geste wird außerhalb der Türkei größtenteils als kriegsverherrlichend wahrgenommen. In der Türkei sieht sich hingegen Kaan Ayhan Anfeindungen ausgesetzt, weil er nach seinem Tor gegen Frankreich als einziger nicht salutierte. Eine schwierige Situation für Kicker, die plötzlich nicht mehr "nur" Sportler sind, sondern mit ihrem Torjubel politische Statements abgeben.

Kritik an "Kindersalut"

Umso größer ist das Entsetzen über das Bild des belgischen Nachwuchsteams von Turkse FC Beringen. Auf seiner Facebookseite wurde das Bild der U10 veröffentlicht. Kinder werden hier für eine Sache instrumentalisiert, die sie nicht erfassen können. Sie ahmen wohl die türkischen Teamkicker nach. Wie der Klubname vermuten lässt, ist der Verein türkisch geprägt.

Der flämische Sportminister Ben Weyts sprach Klartext: "Es ist unerhört, dass Kinder für politische und militärische Propaganda missbraucht werden. Sport muss Kinder integrieren und nicht trennen."

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