Krebserregende Stoffe in vier Kinderwagen

Ein neuer Kinderwagentest der deutschen Stiftung Warentest hat erschreckende Ergebnisse ans Tageslicht gebracht. Vier Modelle, darunter auch die beiden teuersten, enthalten Schadstoffe, die auch krebserregend sein könnten.
 

Die Konsumentenschützer der Zeitschrift "Test" haben zwölf Kombi-Kinderwagen mit den austauschbaren Aufsätzen Tragetasche (Babywanne) und Sitz zwischen 299 und 1080 Euro getestet. Nur drei Modelle wurden mit "Gut" bewertet. Gleich ein Drittel aller Produkte enthielt Schadstoffe.
Teuerster Kinderwagen mangelhaft

Hersteller Bugaboo wirbt mit den neuen Griffen aus Kunstleder. Doch genau diese sind das Problem. Ausgerechnet im teuersten getesteten Modell Buffalo wurde das möglicherweise krebserregende Flammschutzmittel Tris-Dichlor­propylp­hosphat (TDCPP) festgestellt. Der diesbezügliche Grenzwert sei um ein Vielfaches überschritten worden, urteilten die Experten. Das sei problematisch, weil sich Kinder an Griffen festhalten und möglicherweise auch daran lutschen würden, heißt es laut Zeitschrift "Test". Der Kinderwagen wurde daher als mangelhaft eingestuft.

Drei weitere Modelle mit Schadstoffen

Die Griffe des Teutonia Bliss wiederum erhielten deutliche Mengen Napthalin. Der Schadstoff aus dem Kreis der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) könnte Krebs erzeugen, behaupten die Tester. Besitzern wird daher geraten, die Griffe zu überkleben oder zu entfernen.

Der Bergsteiger Capri enthält laut Bericht "einen Cock­tail verschiedener Schad­stoffe". Im Kindergriff und in der Regenhaube wurde Naphtalin nachgewiesen. Im Schiebegriff stecken die Weichmacher DEHP und DINP und im Kindergriff deutliche Mengen DINP. Weichmacher können sich durch Speichel und Schweiß lösen.
Knorr-Baby in zweifacher Hinsicht gefährlich

Im Griff des Knorr-Baby fanden die Tester deutliche Mengen Naphtalin und im Kindergriff erhöhte Mengen DEHP. In den Textilien wurden deutliche Mengen des Flammschutzmittels TCPP nachgewiesen. Für Kinderspielzeug etwa gilt ein EU-weiter Grenzwert, weil der Stoff möglicherweise krebserregend ist.

Kritisiert wurde am Knorr-Baby auch wegen der bestehenden Gefahr des fehlerhaften Zusammenbauens. Um den Sitz korrekt zu befestigen müssen vier Metallstifte im Fahrgestell einklinken. Jedoch hört man schon beim Einsetzen von nur zwei Stiften ein Einrasten. Das könne Eltern im Glauben lassen, der Sitz sei eingerastet, obwohl er kippen und ein nicht angeschnalltes Kind nach hinten aus dem Wagen fallen könnte. Ist der Sitz rückwärts montiert, kann sich das Kind die Arme quetschen.
Die getesteten Produkte wurden im Oktober und November 2016 gekauft. Bei den Untersuchungen flossen die Not Kategorien Kindgerechte Gestaltung (45 Prozent), Handhabung (35 Prozent), Schadstoffe (10 Prozent) Haltbarkeit (5 Prozent) und Sicherheit (5 Prozent) ein.
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