Kunstschnee: Seilbahnen rechtfertigen hohen Aufwand

Der österreichische Wintertourismus ist schon länger auf die Beigabe von Kunstschnee für die Skigebiete angewiesen. Ein hoher Aufwand wird betrieben, um Wasser zu kühlen und von den Tälern auf die Berge zu pumpen. Während Umweltschützer Bedenken haben, rechtfertigt der Chef der Silvretta-Seilbahn diesen mit der hohen Wertschöpfung.
Das Wasser für den Kunstschnee kommt aus 400 Speicherseen, es wird mittels Kühlanlagen auf die Idealtemperatur gebracht, damit es nicht zu warm ist und auf über 1000 Meter Höhe gepumpt. "Diese Kühlung braucht inzwischen ungefähr gleich viel Strom wie das Pumpen zu den Schneekanonen aus den Tälern und Beschneiungsteichen", warnt Umweltanwalt Wolfgang Wiener im Ö1-"Morgenjournal".

Umweltschützer berichten auch von angeblichen Plänen des Baus von Kühlleitungen in Pistenbereichen in Westösterreich, damit der mühsam gewonnene Kunstschnee nicht wieder schmilzt. "Wir haben vor etlichen Jahren noch darüber gewitzelt", nun seien diese Pläne Realität. Wiener bezeichnet das als "dramatische und absurde Entwicklung", die schon in "Richtung Disneyland" gehe.

Seilbahnbetreiber verweisen auf Wertschöpfung

Hannes Parth, Chef der Silvretta-Seilbahn in Ischgl, rechtfertigt im "Morgenjournal" den enormen Aufwand mit der Wertschöpfung, die der Tourismus bereitstelle.

Außerdem relativiert er den hohen Energeiverbrauch, die Seilbahnwirtschaft verbrauche "weniger als ein mittelständisches Industrieunternehmen allein", sagt Parth. "Zum Energieverbrauch insgesamt ist zu sagen, dass wir pro Hektar und Jahr einen Energieverbrauch von ca 15.000 Kilowattstunden haben. Wenn man das mit einem Karibikflug vergleicht, braucht dieser 1,5 Millionnen Kilowattstunden."
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