Kurioses 2:0 - Altach schlägt Sturm in Unterzahl

Bild: GEPA pictures

Aufsteiger Altach überwintert in der Bundesliga sensationell auf dem dritten Tabellenplatz. Die Vorarlberger zogen am Samstag mit einem 2:0-Heimsieg am direkten Konkurrenten Sturm Graz vorbei. Die Altacher erzielten aus zwei Torschüssen zwei Tore - durch einen Freistoß von Ismael Tajouri (45.+1) und einen Elfmeter von Ivan Kovacec (90.).

Aufsteiger Altach überwintert in der sensationell auf dem dritten Tabellenplatz. Die Vorarlberger zogen am Samstag mit einem 2:0-Heimsieg am direkten Konkurrenten Sturm Graz vorbei. Die Altacher erzielten aus zwei Torschüssen zwei Tore - durch einen Freistoß von Ismael Tajouri (45.+1) und einen Elfmeter von Ivan Kovacec (90.).

Altach musste nach Rot für Alexander Pöllhuber wegen Torraubs (20.) lange Zeit mit zehn Mann auskommen. Die schon davor überlegenen Grazer vermochten die zahlreichen Chancen aber nicht in Tore umzumünzen, allen voran Marco Djuricin. Das Spiel entwickelte sich zu einem Privatduell des Sturm-Topscorers mit Martin Kobras - mit dem besseren Ende für den überragenden Altach-Torhüter.

Kobras parierte nicht nur einen Elfmeter von Djuricin, der im Strafraum von Pöllhuber zurückgehalten worden war. Djuricin scheiterte vor den Augen von ÖFB-Teamchef auch im Eins-gegen-Eins (5.) und aus spitzem Winkel (9.) am früheren Sturm-Keeper. Dieser zeichnete sich zudem bei einem Schuss von Marko Stankovic aus (18.).

Gratzei patzt beim 1:0

Dabei hätte Kobras nach zuletzt mäßigen Leistungen gar nicht das Tor hüten sollen. Sein Ersatzmann Andreas Lukse war für einen Einsatz vorgesehen, verletzte sich aber am Freitag im Abschlusstraining. Kobras hielt sein Team im Spiel, Tajouri traf entgegen des Spielverlaufes mit einem satten Freistoß von rechts ins linke Kreuzeck. Sturm-Torhüter Christian Gratzei machte dabei keine gute Figur.

Sturm war auch nach Seitenwechsel die bessere Mannschaft, wirkte vom Gegentreffer geschockt aber nicht mehr so dominant. Altach hatte sich besser eingestellt, ließ deutlich weniger Torszenen zu. Schüsse von Christian Klem (54.) und Simon Piesinger (62.) gingen über das Tor. Die beste Gelegenheit fand wieder einmal Djuricin vor, brachte einen schwierigen Volley aber nicht an Kobras vorbei (72.).

Elfmeter bringt die Entscheidung

Im Finish machte der eingewechselte Kovacec den vierten Heimsieg in Folge perfekt. Der Kroate schickte Gratzei vom Elfmeterpunkt ins falsche Eck, nachdem er selbst an der Toroutlinie von Daniel Offenbacher zu Fall gebracht worden war. Altach ist damit gegen Sturm bereits vier Ligaspiele ungeschlagen. Die Vorarlberger unterstrichen ihre Heimstärke. Die jüngste Niederlage in der Cashpoint-Arena liegt bereits vier Monate oder sechs Partien zurück.

Sturm dagegen musste sich nach sieben Auswärtsspielen in der Fremde wieder einmal geschlagen geben. In den vergangenen fünf Runden hatte es vier Siege gegeben. Die Grazer fielen vorerst zwei Punkte hinter Altach auf den vierten Tabellenplatz zurück. Auch Rapid könnte am Sonntag mit einem Sieg im Schlager der 19. Runde in Salzburg vorbeiziehen.

Die Stimmen und die technischen Daten auf Seite 2:

Damir Canadi (Altach-Trainer): "Heute braucht man nicht viel zu analysieren. Der Gegner war klar besser, das müssen wir akzeptieren. Aber ein ganz großes Kompliment an die Mannschaft. Zuerst an Kobras, den 'Man of the Match', dann an die gesamte Mannschaft. Diese Partie konnte man heute nur über eine perfekte Teamleistung gewinnen. Sturm war spielerisch die bessere Mannschaft. Für uns ist es ein glücklicher Sieg, den wir gerne mitnehmen und mit dem wir ein perfektes Jahr abschließen."

Martin Kobras (Altach-Torhüter): "Ich habe am Dienstag erfahren, dass ich nicht spielen werde. Ich bin sportlich damit umgegangen. Ich habe es akzeptiert und noch mehr Gas gegeben, dann bin ich doch zum Einsatz gekommen. Es war wichtig, dass ich positiv mit der Situation umgegangen bin."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Wir haben 35 Minuten perfekten Fußball gespielt, so wie man ihn auswärts spielen muss. Wir hatten guten Ballbesitz und haben viele Torchancen kreiert. Eine dieser fünf Chancen muss man machen, dann wäre die Sache in die richtige Richtung gelaufen. Dann war noch der Ausschluss. Eigentlich hatten wir alle Trümpfe in der Hand, aber das Tor hat Altach gemacht - zu einem für uns ungünstigen Zeitpunkt. So ist der Fußball, am Ende steht man dann ohne Punkte da."

Marco Djuricin (Sturm-Stürmer): "Ein Tor muss ich sicher machen, aber das muss ich akzeptieren. Wir wollten in der zweiten Hälfte ganz anders spielen. Da haben wir alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Da war es schwer gegen Altach. Die haben nur verteidigt."

SCR Altach - SK Sturm Graz 2:0 (1:0)

Cashpoint-Arena, 5.134 Zuschauer (richtig), SR Schüttengruber.

Tore: 1:0 (45.+1) Tajouri, 2:0 (90.) Kovacec (Elfmeter)

Altach: Kobras - Lienhart, A. Pöllhuber, Zwischenbrugger, Gercaliu - Ngwat-Mahop (57. Kovacec), Roth, Jäger, Tajouri - Pecirep (23. Prokopic), Aigner (46. Schreiner)

Sturm: Gratzei - Ehrenreich (73. Schloffer), Madl, Barbaric, Klem - Hadzic (46. Gruber), Piesinger - Schick, M. Stankovic (46. Tadic), Offenbacher - Djuricin

Rote Karte: A. Pöllhuber (20./Torraub)

Gelbe Karten: Roth bzw. Hadzic, Ehrenreich

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