Land warnt vor Zugkürzungen: "Geht sich nicht aus"

Landesrat Schleritzko sieht nun den Bund gefordert: "Ich erwarte mir einen Ordnungsruf."
Landesrat Schleritzko sieht nun den Bund gefordert: "Ich erwarte mir einen Ordnungsruf."VOR/Bollwein
Landesrat Ludwig Schleritzko (VP) sieht den Bund gefordert: "Ich erwarte mit einen Ordnungsruf aus dem Verkehrsministerium an die ÖBB."

Die im Raum stehende Ausdünnung der Bahn-Angebote für Pendlerinnen und Pendler verlangt aus Sicht von Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko ein entschiedenes Vorgehen des Verkehrsministeriums. „Ich erwarte mir einen Ordnungsruf aus dem Verkehrsministerium an die ÖBB. Die Bundesbahnen erwarten laut eigenen Angaben ein Ergebnisplus im Corona-Krisen-Jahr, wollen jetzt aber die Angebote für Pendlerinnen und Pendler zusammenstreichen. Das geht sich nicht aus. Hier muss der Eigentümer einen klaren Auftrag erteilen und Verantwortung gegenüber den vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wahrnehmen“, macht Schleritzko seine Position deutlich.

Nur noch 2-Stundentakt in Amstetten

Sollten angedachte Kürzungspläne Realität werden, würde etwa jeder zweite Zug von St. Pölten Richtung Wiener Hauptbahnhof wegfallen. In Amstetten gäbe es nur noch einen 2-Stundentakt. Damit würde sich die Reisezeit Pendlern Richtung Wien alle zwei Stunden um 40 Minuten verlängern.

„Der Öffentliche Verkehr steht einer wahren Vertrauenskrise gegenüber. Die Verantwortlichen sollten die gute Reputation des Öffentlichen Verkehrs durch Angebotskürzungen, die vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer treffen, nicht noch weiter belasten“, appelliert Schleritzko.

"Nachtleben zum Erliegen gekommen"

Zwar werde es auch im Regionalverkehr der Ost-Region zu Anpassungen kommen, dabei geht es jedoch nur um die Nacht-S-Bahnen und damit ein überwiegendes Freizeit-Angebot. „Während das Nachtleben aber ohnehin zum Erliegen gekommen ist, können es sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht aussuchen, ob sie zu ihrer Arbeitsstätte fahren oder nicht“, verdeutlicht Schleritzko den Ernst der Situation für die Pendlerinnen und Pendler.

ÖVP-Verkehrssprecher verweist auf Subventionen

ÖVP-Verkehrssprecher Andreas Ottenschläger betonte, dass die ÖBB mit 61 Mio. Euro an Wirtschaftshilfen unterstützt worden seien, zusätzlich habe es eine massive Erleichterung bei der Schienenmaut gegeben. Dazu würden die ÖBB ohnehin jedes Jahr hohe Subventionen erhalten. "Wenn ein Staatsbetrieb während der Corona-Krise, nicht zuletzt auf Grund der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wie etwa der Kurzarbeit, sogar schwarze Zahlen schreibt, muss es aber auch erlaubt sein, eine Notvergabe auf der Strecke Wien-Salzburg zu evaluieren", so Ottenschläger. Bei der Westbahn sei das anders, da diese ja ausschließlich die Strecke Wien-Salzburg betreibe.

Verkehrsministerium wollte Notvergabe verlängern

Verkehrsministerin Gewessler wollte eigentlich die Notvergabe verlängern. Nach Informationen der APA hatte das Verkehrsministerium denn auch schon am 7. Jänner den Antrag auf Verlängerung der Notvergabe an das Finanzministerium geschickt, das Okay blieb aber - ohne Angabe von Gründen - aus.

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