Letzte Umfrage vor Wahl: Kampf um Platz 2 offen

Die Ergebnisse der gemeinsamen Umfrage von "Heute"/ATV und profil zeigen, dass die Parteien danach trachten sollten, unsichere Wähler an sich zu binden.
Die Positionen der Parteien scheinen weitgehend bezogen zu sein. Das geht aus der Hochschätzung der Sonntagsfrage zur Nationalratswahl 2019 hervor.

"Heute" hat gemeinsam mit ATV und dem profil eine umfangreiche Umfrage zur politischen Stimmungslage vor der Nationalratswahl 2019 in Auftrag gegeben. UNIQUE Research hat sie Anfang September durchgeführt (Details und Rohdaten am Ende des Artikels).

Platz 2 völlig offen



CommentCreated with Sketch.146 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die ÖVP liegt mit 33 Prozent komfortabel auf Platz Eins. Der Vorsprung auf die zweitplatzierte Partei beträgt beträchtliche 11 Prozent. Auch deswegen ist gerade der Kampf um Platz Zwei das Spannende an dieser Hochschätzung. Der ist nämlich statistisch nicht entscheidbar. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ (22 Prozent) und FPÖ (20 Prozent).

Die Grünen liegen bei 13 Prozent und würden damit den Wiedereinzug in den Nationalrat locker schaffen. Weniger gut sieht es für die Liste Jetzt aus, die einen solchen mit 2 Prozent deutlich verpassen würde. So wie es aussieht, werden die Neos sich im Vergleich zur Nationalratswahl 2017 deutlich verbessern können, obwohl sie hinter den Grünen landen.

"Heute"/ATV/profil haben auch fragen lassen: Wie sicher sind sich die jeweiligen Wähler einer Partei dabei, dass sie auch wirklich diese Partei wählen werden? Dabei zeigt sich: Die FPÖ hat den höchsten Anteil an "ganz sicheren" Wählern mit 74 Prozent. Auch die ÖVP ist in dieser Hinsicht gut abgesichert, mit einem Wert von 69 Prozent. Den kleinsten Anteil an "ganz sicheren" Wählern haben die Neos, mit 34 Prozent.



Die zweite Wahl



Besonders interessant dabei auch: Die zweite Wahl der Umfrageteilnehmer. Welche Partei käme noch am ehesten in Frage? Bei der Antwort darauf unterscheiden sich Unentschlossene von deklarierten Parteiwählern. Im Pool der Unentschlossenen kann noch am ehesten die ÖVP fischen, sie hat dort mit 14 Prozent das größte Potenzial aller Parteien. Unsichere ÖVP-Wähler könnten am ehesten zu den Neos abfließen.

Das Potenzial der SPÖ bei den Unentschlossenen wird mit 11 Prozent beziffert. Unsichere SPÖ-Wähler tendieren zu den Grünen. Umgekehrt ist das genauso, auch an die Neos könnten die Grünen unsichere Wähler verlieren.

Die Neos sind dafür die Könige der Zweiten Wahl. 16 Prozent der deklarierten Parteiwähler würden sich - wenn sie nicht ihre erste Wahl wählen könnten - für die Pinken entscheiden.



Wahlbeteiligung



Derzeit sagen über 70 Prozent, dass sie "ganz sicher" zur Wahl gehen werden. Weitere 13 Prozent entschieden sich auf einer Skala von 0 bis 10 ("sicher nicht" bis "ganz sicher") auch noch für den Wert 8 und 9.

Aus der Erfahrung wissen wir, dass dieser Wert noch steigen wird, je näher der Wahltag rückt. Ob die 80 Prozent Wahlbeteiligung der Nationalratswahl 2017 erreicht werden, ist noch offen.



Die Umfrage wurde von UNIQUE Research im Auftrag von "Heute", ATV und dem "profil" durchgeführt. Telefonisch und online (Verhältnis 2:1) wurden 2.402 Wahlberechtigte ab 16 Jahren befragt. Die Feldarbeit fand zwischen dem 2. und 13. September statt. Die Hochschätzung ist keine Prognose über den Wahlausgang am 29. September 2019, sondern die Stimmungslage drei bis vier Wochen vor der Wahl. Sie basiert auf n=1.392 deklarierten ganz sicheren Wählern. Die Rohdaten sind hier als PDF abrufbar.

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