Linke Wienzeile: Streit um geplanten Radweg

Auf der Linken Wienzeile soll ein Lückenschluss beim Radweg kommen. Rund 77 Parkplätze werden voraussichtlich wegfallen.
Auf der Linken Wienzeile soll ein Lückenschluss beim Radweg kommen. Rund 77 Parkplätze werden voraussichtlich wegfallen.Bild: Denise Auer

Radler müssen derzeit entlang des Naschmarkts ohne Radweg auskommen. Die Stadt plant dort einen Lückenschluss, Gegner befürchten "Parkplatz-Raub".

Der Wiental-Radweg an der Linken Wienzeile soll ausgebaut werden. Momentan gibt es auf dem Stück zwischen der Secession und der Kettenbrückengasse eine 900 Meter lange Lücke – die die Stadt jetzt schließen will. Doch: Kommt der Radweg, würden rund 77 Parkplätze wegfallen. Und: Auch der Taxi-Stellplatz vor dem Theater an der Wien wäre betroffen.

Ohne Protest geht das nicht über die Bühne. Gegner der Radweg-Lückenschluss-Pläne befürchten "Parkplatzraub" oder auch das Wegfallen von Schanigärten. ÖVP-Wien-Verkehrssprecher Manfred Juraczka fordert "Zurück an den Start": "Seit Jahren geistern Pläne über einen Radweg-Lückenschluss entlang der Linken Wienzeile herum, seit Jahren sprechen sich maßgebliche Stellen in der Stadt, Interessenvertretungen und die Mehrheit im Bezirk dagegen aus. Wir lehnen diesen neuerlichen Alleingang von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou ab, weil wieder einmal Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausgespielt werden", so Juraczkas Bedenken.

FPÖ für Richtungsradweg entlang der Marktstände und Naschmarktgarage

Die FPÖ fordert, dass der Naschmarkt-Radweg "nur ohne Parkplatzverlust" kommen soll. "Die permanenten Angriffe seitens der Grünen auf Autofahrer und das damit verbundene Aufhetzen zwischen Radfahrern und Autofahrern muss umgehend beendet werden", so FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik. Und: Die FPÖ schlägt einen Richtungsradweg links und rechts entlang der Marktstände vor. Der dort ohnedies kaum genutzte Gehsteig biete ausreichend Platz für eine derartige Variante. Außerdem könnte man die Naschmarktgarage in den leerstehenden Gewölben unterhalb der Wienzeile realisieren, so die FPÖ.

ÖAMTC für Radweg, wenn Ersatzparkplätze kommen

Für den ÖAMTC ist der Radweg Linke Wienzeile "unter bestimmten Bedingungen vorstellbar", wenn der Verkehrsfluss auf dieser wichtigen Ausfahrtsstraße in keiner Form behindert wird. "Die Linke Wienzeile wird im betroffenen Bereich von rund 21.500 Kraftfahrzeugen pro Tag befahren", weiß ÖAMTC-Experte Nikolaus Authried. Und: "Aus Sicht des Mobilitätsclubs ist es daher unbedingt erforderlich, dass entlang des betroffenen Streckenabschnitts die zwei bestehenden Fahrstreifen erhalten bleiben."

Kritisch sieht der Club den hohen Stellplatzverlust durch den geplanten Radweg. "Hier muss unbedingt Ersatz geschaffen werden, beispielsweise durch eine Vergrößerung des Parkplatzes am Naschmarkt", führt Authried aus. "Dieser sollte dann unter den gleichen Bedingungen wie der bisherige Parkstreifen genutzt werden können."



Bei weiterem Ausbau Fahrstreifenverlust in der Friedrichstraße?



Gemäß der vorliegenden Planung werde der Radweg im Bereich des Getreidemarktes keinen Anschluss an das bereits bestehende Netz haben, kritisiert der ÖAMTC. "Wenn die Pläne so umgesetzt werden, wäre ein Lückenschluss zur Friedrichstraße auf Höhe der Secession der nächste logische Schritt, der bislang wohl bewusst verschwiegen wird. Dieser würde auf Kosten eines Fahrstreifens gehen", warnt ÖAMTC-Experte Authried. Der ÖAMTC fordert die Stadt Wien auf, diesbezügliche Pläne offenzulegen und einen breiten Diskurs anzustoßen, in den auch andere Meinungen und Vorschläge einfließen.

Aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) heißt es, dass die Planungen noch laufen. 2019 soll dieser Abschnitt des Wiental-Radwegs in Angriff genommen werden. (gem)

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