Lizzo wirft Tiktok Fatshaming vor

Die Social-Media-Plattform soll Videos gelöscht haben, auf denen die Grammy-Gewinnerin im Badeanzug zu sehen ist. Es wäre nicht der erste Diskriminierungsfall seitens Tiktok.
Dass Melissa Viviane Jefferson alias Lizzo ihren Körper liebt, dürfte jeder Person, die sich im letzten Jahr mit Popkultur beschäftigt hat, klar sein. Die 31-jährige "Truth Hurts"-Sängerin schmeißt sich nämlich sehr, sehr gerne in Outfits, die ihre Follower damit konfrontieren, dass den meisten von uns nicht beigebracht wurde, beim Anblick einer selbstbewussten Frau mit Konfektionsgrösse 44+, nicht vor lauter Entsetzen tot umzufallen.

Lizzo feiert ihren Body – und dafür lieben sie ihre Fans. Nur: Die Social-Media-Plattform Tiktok liebt das alles irgendwie nicht. Seit letztem Freitag ist das zumindest Lizzos Vermutung. "Tiktok hört einfach nicht damit auf, Videos zu löschen, in denen ich im Badeanzug zu sehen bin", erzählt Lizzo in einer kurzen Aufnahme.



Lizzos Videos werden gelöscht, andere nicht

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"Komischerweise kümmern sie sich nicht um Videos, in denen man andere Girls in Badeanzügen sieht. Ich frage mich, warum?" Eine gute Frage – denn sollte Tiktok die Videos wirklich aufgrund ihres Körpers löschen, wäre das wohl Fatshaming.

Es ist auch deshalb eine gute Frage, weil die Sache mit den gelöschten Videos im Zusammenhang mit der Gen-Z-App nicht neu ist: Recherchen des Onlineportals Netzpolitik.org haben nämlich bereits Ende 2019 ans Licht gebracht, dass die chinesische Videoplattform die Sichtbarkeit von Videos eingeschränkt hat, die Menschen mit Behinderungen zeigten.

Auch Videos der LGBTQI+-Community sind lange Zeit auf der "Liste der besonderen Menschen" (so hat sie Tiktok in öffentlichen Statement bezeichnet) gelandet – und wurden einfach gelöscht. Damals erklärte Tiktok, dass sie die "besonderen" User mit diesen Maßnahmen vor Mobbing schützen wollten.

Die Inhalte sind angeblich zu sexuell

Tiktok hat übrigens gestern auf Lizzos Vorwürfe reagiert. In einem Interview mit dem "Guardian" erklärte ein Sprecher, dass sie ihre kreativen Videos "wirklich wahnsinnig toll finden würden." Sie seien nicht entfernt worden, weil Lizzo darin einen Badeanzug trägt, sondern würden wegen ihrer "sexuellen Inhalte" gegen die Community-Regeln verstoßen. Achso.

Jetzt müsste uns nur noch jemand erklären, warum jedes einzelne dieser Videos seit gestern Abend wieder auf Lizzos Profil verfügbar ist.

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