Macron spricht vom "Hirntod der NATO"

Frankreichs Präsident geht auf die NATO los, da sie das "unkoordinierte, aggressive" Verhalten der Türkei in Syrien duldet. Sein Land ist selbst Mitglied.

In einem Interview mit dem Magazin "The Economist" warnte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dass Europa sich nicht länger darauf verlassen könne, dass die USA ihre NATO-Verbündeten schützt.

"Was wir derzeit erleben ist der Hirntod der NATO", sagte er. Europa stehe "am Rande des Abgrunds" und müsse sich selbst als strategische und geopolitische Macht betrachten. Ansonsten werde man "nicht mehr die Zügel unseres eigenen Schicksals in der Hand haben." Es sei höchste Zeit, dass Europa "aufwache".

Bereits in der Vergangenheit hatte sich Macron für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU sowie eine EU-Armee stark gemacht.

Es gebe "keinerlei Koordination bei strategischen Entscheidungen zwischen den USA und ihren NATO-Verbündeten". Und NATO-Mitglied Türkei zeige ein "unkoordiniertes, aggressives" Vorgehen in einem Bereich, in dem die Sicherheitsinteressen aller berührt seien, spielte Macron auf den Einmarsch in Syrien an.

"Ich bin der Meinung, wir sollten neu bewertet wofür die NATO steht, wenn man sich das Engagement der USA ansieht." Europa müsse "militärische Souveränität" wiedererlangen und auch einen Dialog mit Russland führen.

Laut Artikel 5 des NATO-Vertrags sind alle Mitglieder zu militärischem Beistand verpflichtet, wenn ein Mitglied angegriffen wird. Gefragt, ob Macron daran glaube, antwortet er ausweichend: "Ich weiß es nicht."

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