Mama darf mit Buggy nicht Westbahn fahren

Maria Z. mit ihren Kindern Jonathan und Jakob.
Maria Z. mit ihren Kindern Jonathan und Jakob.Bild: Walter Zögernitz/Radlobby St. Pölten
In einem Doppel-Kinderwagen mit Radanhänger-Deichsel befördert Maria Z. (35) ihre Kids. Die Westbahn darf sie damit nicht mehr benutzen.

Böse Überraschung für Maria Z. (35) aus St. Pölten: Die leidenschaftliche Radlerin war gemeinsam mit ihrem Nachwuchs Jonathan (3) und Jakob (1) mit der Westbahn nach Wien unterwegs. Immer mit dabei: Ein Doppel-Kinderwagen mit Radanhänger-Deichsel.

Fahrradanhänger in Westbahn verboten

Doch jetzt muss sich die Familie eine neue Zugverbindung suchen, denn: "Das Zugbegleiter-Personal hat mir während der Fahrt mitgeteilt, dass ich die Westbahn mit dem Kinderwagen nicht nutzen darf. Dabei war die Radanhängerdeichsel nicht angeschlossen", berichtet die Zweifach-Mama. Fahrradanhänger dürfen laut den Beförderungsbedingungen der Westbahn nämlich nicht transportiert werden, auch wenn es sich dabei um Spezial-Kinderwägen handelt.

Westbahn: "Müssen Kompromisse für alle finden"

Ines Volpert, Sprecherin der Westbahn, erklärt die Hintergründe: "Die Züge der Westbahn sind für viele Reisende ansprechend, weil sie extrabreite Türen für den raschen Ein- und Ausstieg sowie eine durchgängige Niederflur-Bauweise haben. Viele PRM-Reisende, darunter Eltern mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrende und ältere Personen nutzen daher gerne unsere Züge. Da vor allem zu hohen Auslastungszeiten die Kapazitäten aber beschränkt sind, müssen wir Kompromisse finden, um allen gerecht zu werden."

Und sie stellt klar: "Übrigens wurde der Dame mit ihren Kindern und dem Fahrradanhänger die Mitfahrt durchaus ermöglicht, sie wurde aber darauf aufmerksam gemacht, dass sie mit dem Anhänger künftig die Westbahn nicht nutzen kann."

Radlobby NÖ hofft auf Einsicht

Maria Z., ehrenamtliches Mitglied der Radlobby St. Pölten, setzt nun alle Hebel in Bewegung, um die Aufhebung des Verbots zu erwirken. "Wir können nicht akzeptieren, dass Eltern zwei Kinderwagen – einen für die Westbahn und einen für die Radfahrt zum Kindergarten – kaufen müssten", so Karl Zauner von der Radlobby NÖ, der auf Einsicht des Westbahn-Managements hofft.



(nit)

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