Manfred Deix bekommt Ehrengrab in Wien!

Bild: peter korrak (peter korrak)

Letzte Ruhe in Wien für Karikatur-Genie Manfred Deix: Sein bester Freund Bernhard Paul organisierte ihm am Montag ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof. Die Beerdigung soll laut "Heute"-Infos am 8. Juli ebendort stattfinden.

Fünfzig Jahre lang waren Manfred Deix und Bernhard Paul (69) innig verbunden: Sie studierten an der Angewandten in Wien gemeinsam Kunst, wohnten und arbeiteten zeitweilig zusammen – und verloren sich nie aus den Augen. Auch auf dem letzten Weg lässt der Direktor des Zirkus Roncalli seinen Lebensfreund nicht allein und organisierte am Montag von Spanien aus dessen Beerdigung.
"Montagfrüh habe ich Manfred Deix’ Gattin angerufen. Ich merkte allerdings sehr schnell, dass Marietta in ihrem Schmerz derzeit zu nichts fähig ist. Also hab’ ich zu ihr gesagt: "Wir werden ein Begräbnis organisieren müssen. Ich nehme das in die Hand", schildert Bernhard Paul am Telefon. "Heute" erreichte ihn Montagabend in Spanien. Der Abschied von seinem Kumpel hat Paul hörbar mitgenommen.

Mailath ermöglicht Ehrengrab

Der Roncalli-Chef erzählt, dass Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) sofort ein Grab in Niederösterreich in Aussicht gestellt hat, "aber Manfred war beruflich ja immer mit Wien verbunden. Er hat großteils hier gewirkt."

Am späten Montagnachmittag kam schließlich ein Gespräch zwischen Bernhard Paul und Spitzen-Politiker Andreas Mailath-Pokorny (SP) zustande. "Wiens Kulturstadtrat hat dann mit dem Bürgermeister ein Ehrengrab am Zentralfriedhof möglich gemacht“, teilt Paul mit. Und fügt nicht ohne Stolz an: "Ich glaube, das hat er sich verdient."

Beerdigung nächsten Freitag in Wien

Auch aus pragmatischen Gründen sei dies die beste Lösung: „Manfreds Ehefrau ist gleich alt wie er, beide haben keine Familie. Und die Gemeinde Wien kümmert sich ewig um ihre Promi-Grabstätten.“

Deix soll laut "Heute"-Infos am 8. Juli begraben werden. Fix ist bereits jetzt: Am Zentralfriedhof wird „Farewell my friend“ von Beach-Boy Dennis Wilson erklingen: „Wir haben uns versprochen, dass der, der zuerst stirbt, dem anderen dieses Lied spielt“, erzählt sein bester Freund melancholisch.

80-100 Zigaretten täglich

Der Tod des Jahrhundert-Zeichners hätte sich laut Bernhard Paul seit längerem abgezeichnet. "Trotzdem ist es dann ein irrsinniger Schock, wenn man die Nachricht erhält. Man fällt in ein Loch. Der Manfred hat doch immer alles überlebt." In der Tat: Mit literweise konsumiertem Rotwein und 80 bis 100 täglichen Zigaretten, war er zu sich selbst ebenso schonungslos wie zu den von ihm Karikierten. "Wenn er einen Tag nur 60 Stück geraucht hat, war er schon stolz", so Paul.

Schwer vom Krebs gezeichnet hat er sich vor drei Wochen noch selbst aus dem Spital entlassen. Es war ein letztes Aufbäumen, bevor er den Zeichenstift am Samstag für immer weggelegt hat. Deix entschlief friedlich in den Armen seiner Lebensliebe Marietta und hält jetzt wohl dem Herrgott den Spiegel vor …

 

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