Urlauber nach Käsebrot plötzlich vom Hals weg gelähmt

Ein Mann hält den letzten Rest eines Käsebrots in der Hand. Symbolbild
Ein Mann hält den letzten Rest eines Käsebrots in der Hand. SymbolbildGetty Images/iStockphoto/pedrojperez
Ein Leckerbissen während seines Türkei-Urlaubes wurde einem Briten beinahe zum Verhängnis. Plötzlich war er vom Hals abwärts gelähmt.

Ihr Aufenthalt in der Türkei im September letzten Jahres wird Malcolm Brown (71) und seiner Frau Janis (69) für immer unvergesslich bleiben – allerdings nicht wegen Sonne, Strand und Meer. Alles schien perfekt, bis der Brite in der Gesellschaft von Freunden selbstgemachte Käsebrote verputzte. Dann riss es ihn ordentlich durch. Er hatte sich eine Lebensmittelvergiftung eingefangen, lag für eine Woche flach.

Wieder zurück in Schottland kam es dann noch schlimmer für den 71-Jährigen. Wie er nun der "BBC" schilderte, wurde er plötzlich schwerkrank.

Erst hatte er nur ein "komisches Gefühl" in den Fingerspitzen, dann begann sich seine Sicht einzutrüben, und später wurden seine Beine langsam schwach und taub. 

"Ich wollte aus dem Auto steigen und bin direkt in der Einfahrt auf meinen Rücken geknallt. Ich konnte nicht mehr aufstehen", erinnert sich der pensionierte Ingenieur. Kurz darauf konnte er sich gar nicht mehr selbstständig bewegen. Sein Körper war vom Hals abwärts paralysiert.

Guillain-Barré-Syndrom

Im Krankenhaus folgte dann die Diagnose: Guillain-Barré-Syndrom. Offenbar in einer Überreaktion auf die Lebensmittelvergiftung hatte das Immunsystem von Malcolms Körper auch das eigene Nervensystem angegriffen. Wie groß der Schaden war, ist nicht einzuschätzen.

Diese Nachricht erschütterte das Paar, denn obwohl es gute Chancen auf Heilung gab, ist dies ein extrem langwieriger Prozess. Nerven wachsen mit einer Geschwindigkeit von nur einem Millimeter pro Tag. Bis der Körper diese repariert hat, können schon einmal anderthalb Jahre vergehen.

Langer Spitalsaufenthalt

Der 71-Jährige musste in Folge Monate lang in der Klinik bleiben. Eine schwere Zeit für die Familie, denn wegen der Corona-Maßnahmen durften ihn seine beiden Töchter nicht besuchen kommen. Sie sahen ihren Vater erst nach neun Monaten wieder.

Vor seiner Erkrankung spielte der Schotte leidenschaftlich Golf und spulte auf dem Fahrrad auch 40-Kilometer-Touren ab. Mittlerweile hat der rüstige Pensionär zum Glück schon wieder einige motorische Fertigkeiten zurückgewonnen. Er muss zwar immer noch gefüttert werden und braucht Hilfe bei der Körperhygiene, aber dafür kann er schon in einem Rollstuhl sitzen und auch schon aus eigener Kraft aufstehen.

Nächste Woche kann er wieder nach Hause zurückkehren. Gegenüber der "BBC" stellt er seinen Kampfgeist unter Beweis: "Ich werde vielleicht nie wieder so aktiv sein, wie davor, aber ich werde nicht aufhören, mich zu verbessern und ich werde ganz sicher nicht aufgeben!"

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