Dieser Insider-Tipp führte zur Koks-Razzia im Ho-Lokal

Ein 37-jähriger Geschäftsmann und Millionen-Erbe löste Freitagabend einen Polizeieinsatz im sonst so beschaulichen Wien-Döbling aus. Er feierte eine Drogenparty im In-Lokal "Dots".
Es war ein Polizei-Informant, der Freitagabend eine illegale Corona-Party im noblen Wien-Döbling sprengte. Der Insider wandte sich an ein Wachzimmer in der Wiener Leopoldstadt und plauderte aus, dass ein 37-jähriger Immobilien-Experte und Kaufhaus-Erbe am Abend im Lokal "Dots" von Martin Ho mit Freunden und reichlich Unterhaltungschemie feiern würde.

Keine Polit-Größen vor Ort

Die Beamten ließen sich nicht zwei Mal bitten und rasten mit einem Großaufgebot an die Adresse des bekannten Gastronomiebetriebes von Martin Ho. Der Unternehmer hat beste Kontakte in höchste Kreise der Gesellschaft. Er ist etwa auch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz persönlich bekannt. Hochrangige Politiker trafen die Fahnder freilich nicht im Lokal an, dafür das Geburtstagskind, 20 seiner Freunde sowie zwei "Dots"-Köche, die vor Ort waren, um Speisen für Lieferdienste zuzubereiten. Die Beamten stellten Koks, die Mode-Droge MDMA sowie Cannabis sicher. Der Millionen-Erbe musste die Beamten aufs Wachzimmer begleiten. Im Kripo-Verhör bestritt er - wie berichtet - zu dealen, räumte aber ein, seit Jahren drogenabhängig zu sein. Wer ihm die Erlaubnis gab, im Ho-Lokal zu feiern, verriet er nicht.

Auf freiem Fuß angezeigt

Dass der Einsatz auf Video festgehalten wurde und ein Kurz-Clip davon wenig später im Internet zirkulierte, nährt Spekulationen, dass der ominöse Polizei-Informant selbst Teil der illustren Runde war. Der 37-jährige Verdächtige wurde nach seiner Beschuldigtenvernehmung auf freiem Fuß angezeigt. Die Kripo verzichtete darauf, einen Antrag auf Untersuchungshaft zu stellen. Martin Ho beteuert indes über seinen Anwalt Nikolaus Rast, nicht das Geringste von dem Treiben in seinem Lokal gewusst zu haben. "Er hat geschlafen", so sein PR-Berater.

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Neue Enthüllung am Montag

Der Newssender Puls24 hat Sonntagabend über den aktuellen Stand der Dinge berichtet (Video im Topelement). Reporter Dominik Schaden sprach im Zuge seiner Recherchen auch mit "Heute.at"-Chefredakteur Clemens Oistric. Neue Details zu dem aufsehenerregenden Krimi in Wiens bester Gesellschaft lest ihr am Montag in "Heute" und auf "Heute.at".

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