Matthäus an Engländer: "Habt das Trauma verdient!"

Lothar Matthäus
Lothar Matthäuspicturedesk.com
Fußball-Legende Lothar Matthäus wendet sich mit deutlichen Worten an die englischen Fans. Sie hätten das Elfer-Trauma wegen ihres Verhaltens verdient.

Italien krönte sich am Sonntag gegen England zum Europameister. Die "Squadra Azzurra" entschied das dramatische EM-Finale im Elfmeterschießen für sich.

Für England setzte sich ein langes Trauma fort. Noch nie gewannen die "Three Lions" die EURO. 1990 hatte England das WM-Halbfinale gegen Deutschland im Elfmeterschießen verloren. 1996 schied das Mutterland des Fußballs im Wembley Stadion im Halbfinale der EURO aus – abermals gegen Deutschland im Elfmeterschießen.

Die deutsche Ikone Lothar Matthäus sagt nun: "Das Trauma, das durch das im Elfmeterschießen verlorene Finale weitergeht, habt ihr daher, so leid es mir für die Spieler tut, verdient."

In einem gewohnt deutlichen Kommentar für die "Sportbild" kritisiert der ehemalige Weltklasse-Kicker das Verhalten der englischen Fans scharf. Die Briten waren Final-Gastgeber, trugen bei der EURO auch beide Halbfinal-Spiele, die Achtelfinals England gegen Deutschland (2:0) und Österreich gegen Italien (1:2 nach Verlängerung) und alle Vorrunden-Partien der eigenen Nationalmannschaft aus.

Fan-Eklats in England

Dabei zeigten sie sich wahrlich nicht von der besten Seite. Rassistische Beleidigungen gegen die drei erfolglosen Elferschützen Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka erschüttern die Fußball-Welt. Nach der Niederlage kam es im Wembley zu gewalttätigen Ausschreitungen und mehreren Festnahmen. Bereits vor dem Spiel hatten englische Fans ohne Ticket versucht, das Stadion zu stürmen – einige sogar mit Erfolg.

Im Halbfinale gegen Dänemark hatte ein Stadionbesucher Goalie Kapser Schmeichel vor Englands Matchwinner (2:1) in der Verlängerung mit einem Laserpointer irritiert. Fans der "Three Lions" fielen im gesamten Turnierverlauf durch Pfiffe während der gegnerischen Hymne unangenehm auf.

Matthäus verurteilt Benehmen

Matthäus' Fazit: "Liebe Engländer, das war unsportliches Benehmen, wie wir es von Euch nicht kennen und nie mehr sehen wollen!"

Der 60-Jährige: "Bei England stelle ich mir nach dieser EM aber die Frage: Was ist nur aus dem einst gerade auf der Fußball-Insel beschworenen und vorgelebten Fairplay geworden?" Seine Kritikpunkte: "Englische Fans, die ein kleines Mädchen im Deutschland-Trikot anfeinden. Ein Wembley-Stadion, das bei der gegnerischen Nationalhymne pfeift. Dänemarks Torhüter Kasper Schmeichel, der auch noch in der Premier League spielt, wird beim Elfmeter mit einem Laser geblendet. Raheem Sterling erschwindelt sich mit einer Schwalbe im Halbfinale einen Elfmeter. Dazu die rassistischen Anfeindungen gegen die eigenen Spieler nach dem verlorenen EM-Finale!"

Die Bilder des weinenden Mädchens im Deutschland-Outfit waren nach dem Achtelfinale um die Welt gegangen. Ein englischer Fan hatte daraufhin eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um den Schaden seiner Landsleute wiedergutzumachen, knapp 50.000 Euro gesammelt. Die Familie des Mädchens hat das Geld gespendet.

England hat jedenfalls neben dem Finale auch viel Sympathie verloren.

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