Mega-Schneesturm brachte Chaos an US-Ostküste

Bild: Peter Pereira (AP)

Der Wintersturm "Nemo" hat mit heftigen Schneefällen und starken Böen weite Teile der US-Ostküste lahmgelegt. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren nach Medienberichten ohne Strom. Rund 5.300 Flüge und alle Zugverbindungen mussten gestrichen werden. Autobahnen und Innenstädte waren in einigen Landstrichen wie verwaist. Der Schnee türmte sich mancherorts bis zum Samstagmorgen auf fast 80 Zentimeter. Mindestens zehn Personen starben.

Der Wintersturm "Nemo" hat mit heftigen Schneefällen und starken Böen weite Teile der US-Ostküste lahmgelegt. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren nach Medienberichten ohne Strom. Rund 5.300 Flüge und alle Zugverbindungen mussten gestrichen werden. Autobahnen und Innenstädte waren in einigen Landstrichen wie verwaist. Der Schnee türmte sich mancherorts bis zum Samstagmorgen auf fast 80 Zentimeter. Mindestens zehn Personen starben.

Erst am Mittag (Ortszeit) werde sich der starke Sturm legen. Teilweise erreichte er Geschwindigkeiten von 120 Kilometer pro Stunde. Mindestens ein Todesopfer hat "Nemo" bisher gefordert. Für fünf Nordost-Staaten riefen die Behörden den Ausnahmezustand aus: Massachusetts, New York, Connecticut, Maine und Rhode Island.

Fahrverbot in Massachusetts

5.000 Nationalgardisten wurden alarmiert, einige Küstenstädte sollten evakuiert werden. Für den gesamten Bundesstaat Massachusetts wurde ein Fahrverbot verhängt. Wer trotzdem ins Auto steigt, dem drohen bis zu 500 Dollar (etwa 375 Euro) Strafe - oder sogar ein Jahr Gefängnis. Gouverneur Deval Patrick hatte das Verbot ausgerufen. Ausnahmen gab es nur für Rettungspersonal, einige Staatsbedienstete und Mitarbeiter der Versorgungsunternehmen.

Ein Grund für den dramatischen Schritt seien die Erfahrungen bei dem großen Blizzard von 1978 in den Neuengland-Staaten. Damals steckten zahlreiche Autofahrer auf den Highways mit ihren Wagen im Schnee fest. Auch in Connecticut galt am Samstagmorgen ein Fahrverbot. In Boston (Massachussetts) sahen bei rund 30 Zentimeter Neuschnee bis zum Morgen auch einige auch das Positive: Die leeren schneebedeckten Straßen lockten dort vereinzelt Skilangläufer in die Kälte.

Fußgänger überfahren

Eine 18 Jahre alte Autofahrerin habe auf schneebedeckter Straße in Poughkeepsie (US-Staat New York) die Kontrolle über ihren Wagen verloren und einen Fußgänger überfahren, berichtete "CNN". Der 74 Jahre alte Mann sei nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

Der Blizzard zog auch über Gegenden hinweg, die bereits vor rund drei Monaten stark vom Wirbelsturm "Sandy" getroffen worden waren. Damals hatte es allein in den USA mehr als 100 Tote gegeben, Hunderttausende Menschen waren wochenlang ohne Strom. Der Schneesturm könnte in diesen Regionen auch zu neuen Überflutungen führen - den Vorhersagen zufolge sollten die Schäden aber geringer bleiben als bei "Sandy".

Keine Züge und Flüge

In der Sturm-Region wurden rund 5.300 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen. Mehr als 60 Flughäfen seien betroffen, meldete die Webseite "Flight Aware". Der Bostoner Logan Airport bleibe bis Sonntag geschlossen. Auch auf den New Yorker Flughäfen Newark und La Guardia waren alle Abflüge und Landungen abgesagt.

Das hatte auch Auswirkungen auf den Flugplan der Austrian Airlines. Für den Flug nach New York (OS 87) mussten sich die Passagiere auf eine zweistündige Verspätung einstellen. Die Maschine startete um 12.30 Uhr in Wien. Der Flug nach Washington (OS 93) wurde planmäßig (10.25 Uhr) durchgeführt.

Der schwere, nasse Schnee und der heftige Wind habe vor allem im Staat Massachusetts die Leitungen beschädigt, berichtete "NBC". Dort hätten in der Nacht zum Samstag fast 400.000 Kunden keinen Strom mehr gehabt. In Rhode Island belief sich die Zahl auf rund 180.000, in Connecticut auf etwa 35.000.Auch das Atomkraftwerk in Plymouth musste abgeschaltet werden, da die Stromversorgung von außen unterbrochen worden war.

Fisch oder Rapper

An einigen Orten der Ostküste fiel die gefühlte Temperatur wegen des Windes auf bis zu 32 Grad unter Null. Der "Weather Channel" taufte das Unwetter "Nemo". Der Name gehe nicht auf den gleichnamigen Fisch im Disney-Film, sondern auf Jules Vernes Kapitän Nemo zurück. Ein Bürgermeister in Connecticut hat den schweren Schneesturm hingegen nach dem verstorbenen Erfolgs-Rapper "Notorious B.I.G." benannt.

Marc Jacobs verschob Fashion Show

Das Unwetter brachte auch die New Yorker Fashion Week durcheinander. Der Stardesigner Marc Jacobs verschob seine für Montag geplante Modenschau auf Donnerstag, da er befürchtete, dass ihn wegen des Sturms einige Accessoires für die Show nicht rechtzeitig erreichen würden.

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