Mikroplastik: Die wichtigsten Antworten

In einem Einkaufsratgeber weist Greenpeace in Österreich 553 Kosmetik-Produkte aus, die Mikroplastik enthalten und fordert ein EU-weites Verbot. Gesundheitsminister Alois Stöger sieht keine unmittelbare Gefahr in Verzug. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Mikroplastik.

sieht keine unmittelbare Gefahr in Verzug. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Mikroplastik.

In welchen Kosmetika ist Mikroplastik enthalten?

Die meist weniger als einen Millimeter großen Plastik-Kügelchen in Peeling, Lippenstiften, Zahncreme, Duschgel und Co. Wie hoch ist der Anteil von Mikroplastik in den Produkten?

Manche Produkte bestehen zu 10 Prozent aus diesen Plastikpellets, die von der Werbung gern als „Wundermittel“ verkauft werden, z.B. als „Perlen“ in der Zahncreme oder „extra-gründliches“ Peeling. Daneben dienen sie als Füllstoff, Verdickungs-, Trübungs- oder Bindemittel.

Ist Mikroplastik auch in Lebensmitteln enthalten?

Mikroplastik (Plastikteilchen kleiner als fünf Millimeter) ist auch in Mineralwässern und Bieren enthalten, die teilweise mit mikroskopisch kleinen Fasern aus Plastik verunreinigt seien. Bei den analysierten Mineralwässern und Bieren handelt es sich teils um die meistverkauften Marken. Laut "Markt" enthielten alle Mikroplastik.

Wie glangt Mikroplastik in die Umwelt?

Mikroplastik gelangen über die Haushaltsabwässer in die Umwelt. Weltweit tragen sie zur Verschmutzung von Flüssen, Seen und Meeren mit Plastikmüll bei. Sie passieren Kläranlagen und gelangen so in die Gewässer. Das am stärksten betroffene Meeresgebiet im Nordpazifik dürfte so groß wie Frankreich sein, tausende Tonnen Plastik werden dort wie in einer Waschmaschine herumbewegt.

Wie gelangt das Gift in den menschlichen Körper?

Die Plastikmikropartikel werden aber auch von Tieren, etwa Fischen, gefressen - und landen so auch im menschlichen Verdauungstrakt. Neun Prozent der Fische in der Region des Nordpazifikwirbels haben laut Studien Plastik in ihren Mägen. In Trinkwasser, Milch und Honig wurde Mikroplastik bereits nachgewiesen.

Ist Mikroplastik auch für Kinder gefährlich?

Kunststoffe wie Polyamid (PA), Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephtalat (PET) werden als Füll- und Bindemittel genutzt oder sollen, u.a. auch in Kinderprodukten, für Glitzer- oder Farbeffekte sorgen.

Wie gefährlich ist Mikroplastik für den Menschen?

Die möglichen negativen Auswirkungen von Mikroplastik - auch Microbead genannt -  auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht ausreichend erforscht, manche dem Plastik zugesetzten Stoffe gelten jedoch als hormonell wirksam und krebserregend.

Geht die Produktion von Plastik zurück?

Weltweit steigt die Produktion von Kunststoff wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), welche preiswert und vielfältig einsetzbar sind.

Können wir etwas gegen die Produktion von Mikroplastik tun?

Eine freiwillige Selbstverpflichtung einiger Hersteller reicht nicht aus. Die verantwortlichen Politiker müssen sich für ein EU-weites Verbot einsetzen, damit Mikroplastik durch natürliche Stoffe ersetzt und so die Gefahr für Umwelt und Gesundheit gebannt wird. Als Konsument kann man die Produkte meiden, und so die Hersteller zu einem Umdenken zwingen, damit sie Alternativen anbieten.

Gibt es überhautpt Alternativen?

Es gibt es genug Alternativen: Kunststoffe können in Kosmetika durch in der Natur vorkommende und biologisch abbaubare Stoffe wie beispielsweise gemahlene Nuss- und Kokosschalen, Mandelkleie, Pflanzenpulver oder Tonerde ersetzt werden.

 

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