Strategieausschuss

Minister: "Ihr seid in Österreich herzlich willkommen!"

Die Bundesregierung hat einen strategischen Maßnahmenplan gegen den Fachkräftemangel in Österreich vorgelegt. Das ist das Ziel für die nächsten Jahre.

Minister: "Ihr seid in Österreich herzlich willkommen!"
"Der internationale Wettbewerb um Fachkräfte ist voll entbrannt", erklärt Außenminister Alexander Schallenberg.
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Angesichts des nach wie vor hohen Fachkräftebedarfs in vielen Branchen und der sich abzeichnenden Erhöhung dieses Bedarfs aufgrund der älterwerdenden Bevölkerung hat die Bundesregierung einen Maßnahmenplan vorgelegt, der dabei unterstützen soll, mittel- und langfristig mehr internationale Fachkräfte für den österreichischen Arbeits- und Wirtschaftsstandort zu gewinnen.

Dazu wurde unter Federführung des Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW) ein interministerieller Strategieausschuss zur Beratung und Bündelung aller Vorhaben in diesem Bereich geschaffen, der sich unter anderem mit einer bundesweiten Strategie zur Fachkräftezuwanderung, verbesserten Verfahren und der Identifikation von Ziel- und Fokusländern zur Fachkräfterekrutierung befasst. Am Freitag wurde ein entsprechender Umlaufbeschluss verabschiedet.

"Braucht weitere Anstrengungen"

"Wir sind bereits seit geraumer Zeit sehr aktiv, wenn es um Maßnahmen zur Rekrutierung von internationalen Fachkräften für den österreichischen Arbeitsmarkt geht. Die Reform der Rot-Weiß-Rot – Karte zum Beispiel war ein wichtiger Schritt, der den Arbeitsmarktzugang für qualifiziertes Personal aus Drittstaaten nun einfacher gestaltet und bereits erhebliche Erfolge erzielt. 2023 konnten bis Ende Oktober bereits 6.661 Rot-Weiß-Rot – Karten ausgestellt werden und damit mehr als im gesamten Jahr 2022. Darüber hinaus haben wir erst kürzlich die Mangelberufsliste unter anderem um Green Jobs im Mobilitätsbereich erweitert, um in Zukunft noch mehr internationale Fachkräfte in Mangelberufen für den heimischen Arbeitsmarkt zu gewinnen", erklärt Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher.

Und weiter: "Ein kürzlich abgeschlossenes Memorandum of Understanding mit den Philippinen ist außerdem ein wichtiger Baustein in den bilateralen Beziehungen. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass es noch weitere Anstrengungen braucht, um den enormen Fachkräftebedarf vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Zukunft decken zu können. Der Strategieausschuss für internationale Fachkräfte der Bundesregierung dient dazu, zukünftige Maßnahmen an einer zentralen Stelle zu koordinieren und zu bündeln."

Übergeordnetes Ziel

Das übergeordnete Ziel des Strategieausschusses liegt darin, eine allgemeine, bundesweite und ressortübergreifende Strategie zur Fachkräftezuwanderung umzusetzen. Diese umfasst unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration und der Qualifizierung in Österreich lebender Personen mit Migrationsbiografie, die Identifikation von möglichen Ziel- und Fokusländern für die Vermittlung von interessierten Arbeitskräften, aber auch eine abgestimmte Kommunikation im Ausland zur Darstellung von Österreich als attraktiven Arbeitsstandort. Auch verbesserte, digitalisierte Verfahren und die Stärkung von Kooperationen innerhalb der Europäischen Union im Rahmen von EURES spielen eine Rolle.

"Um über mehrere Jahre einen kontinuierlichen und substantiellen Beitrag für den Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstandort leisten zu können, muss die Anzahl der für die qualifizierte Arbeitsmigration erteilten Aufenthaltstitel ansteigen. Damit verbunden ist auch eine Modernisierung und Digitalisierung des Prozesses der Beantragung der Rot-Weiß-Rot-Karte. Bis 2027 sollen jährlich mindestens 15.000 Menschen eine Rot-Weiß-Rot-Karte erhalten. Über EURES, das Netzwerk Europäischer Arbeitsmarktservices, sollen darüber hinaus zusätzliche Personen aus der Europäischen Union aktiv vermittelt werden", betont Kocher weiter.

Um diese Ziele zu erreichen, ist die Einbeziehung sämtlicher mitverantwortlicher Ministerien und Stellen maßgebend. Acht Ministerien sind am Strategieausschuss beteiligt. Neben dem Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW), das den Vorsitz innehat und die unterschiedlichen Zuständigkeitsbereiche bündelt, auch das Bundeskanzleramt (BKA), das Bundesministerium für Inneres (BMI), das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA), das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK), das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF), das Staatsekretariat für Digitalisierung im Bundesministerium für Finanzen (BMF) und das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK).

"Konkurrenzkampf nicht zielführend"

Darüber hinaus werden auch das Arbeitsmarktservice (AMS), die Austrian Business Agency (ABA) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner und der Bundesländer im Prozess mit eingebunden sein.

"Ich begrüße die ressortübergreifenden Anstrengungen zur strategischen Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland, bei gleichzeitiger Förderung des Potenzials bereits in Österreich lebender Menschen. In der Pflege und Betreuung ist der Fachkräftemangel besonders eklatant. Er trifft nicht nur Österreich, sondern alle europäischen Mitgliedsstaaten gleichermaßen. Ein Konkurrenzkampf unter den EU-Mitgliedstaaten ist nicht zielführend, im Gegenteil braucht es Abstimmung und Kooperation. Jetzt müssen wir daran arbeiten interessierten Fachkräften, zu vermittelt: Ihr seid hier in Österreich willkommen! Es ist im gemeinsamen Interesse von uns allen hier koordiniert vorzugehen. Heute haben wir dafür einen wichtigen Schritt gesetzt", betont Sozialminister Johannes Rauch.

"Der europaweite Fachkräftemangel trifft auch Österreich und deshalb ist es besonders wichtig, mit allen Kräften qualifizierte Fachkräfte auch zu uns zu holen. Die Bundesregierung tut hier schon sehr viel und der neue Strategieausschuss für internationale Fachkräfte ist ein weiterer wichtiger Schritt in unseren Bemühungen. Dabei ist es auch essenziell, den Integrationsaspekt immer mitzudenken, das ist nun auch per Beschluss des Ministerrats verankert. Das Integrationsressort stellt eine Vielzahl von Angeboten zur Verfügung, um Fachkräfte schon vor ihrer Ankunft und in Österreich bei ihrer Integration zu unterstützen, wie etwa durch das vor kurzem vom ÖIF neu eingerichtete Integrationsservice für Fachkräfte", erklärt Integrationsministerin Susanne Raab.

"Besten Köpfe nach Österreich holen"

"Der internationale Wettbewerb um Fachkräfte ist voll entbrannt. Wir müssen in Österreich unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten um als Wirtschafts- und Investitionsstandort langfristig attraktiv zu bleiben. Das Außenministerium leistet mit seinen über 100 Vertretungsbehörden weltweit einen Beitrag um zu vernetzen, Türen zu öffnen und die besten Köpfe nach Österreich zu holen", so Außenminister Alexander Schallenberg.

"Angesichts des Arbeitskräftebedarfs ist es unerlässlich, gut ausgebildeten Fachkräften den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass ausländische Bildungsabschlüsse unbürokratisch geprüft und anerkannt werden können. Das BMBWF leistet seinen Beitrag mit seiner Expertise bei Fragen zur Bewertung von ausländischen Schul- und Hochschulabschlüssen. Zudem habe ich eine Neuausrichtung der österreichischen Auslandsschulen initiiert, damit Schülerinnen und Schülern eine umfassende Ausbildung mit einem der österreichischen Reifeprüfung gleichgestellten Abschluss erhalten. Damit stärken wir Österreich als international anerkannten Bildung- und Wissenschaftsstandort nachhaltig", betont auch Bildungsminister Martin Polaschek.

"In unserer heutigen, dynamischen Zeit steigt auch der Bedarf an Fachkräften, die den digitalen Wandel in Österreich maßgeblich vorantreiben. Alleine heute fehlen uns bereits in Österreich 24.000 IT-Fachkräfte, bis 2027 könnten es bis zu 30.000 sein. Die Studierenden und Lehrlinge von heute sind unsere Fachkräfte von morgen und sollen daher bestmöglich mit den neuesten Technologien und Entwicklungen an Universitäten und Schulen arbeiten können. Umso wichtiger ist die strategisch geführte Initiative des Arbeitsministers sowie der nationale Schulterschluss der Bundesregierung", so Staatssekretär für Digitalisierung, Florian Tursky, abschließend.

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