China-Höhenflug

Musk lachte über BYD – doch damit rechnete er nicht

Ein chinesischer Produzent von Elektrofahrzeugen hat Tesla als Nummer 1 abgelöst. Der Name BYD ist hierzulande nur wenig bekannt. Wer steckt dahinter?

Newsdesk Heute
Musk lachte über BYD – doch damit rechnete er nicht
Tesla präsentierte zum Jahresende Rekord-Absatzzahlen bei Elektroautos, doch der chinesische Hersteller BYD stellt das Ergebnis mit seinen Zahlen in den Schatten.
REUTERS

Wer Elektroauto hört, denkt meistens an einen Tesla. Mittlerweile setzen aber immer mehr Hersteller auf Elektrofahrzeuge – auch chinesische. Der Name BYD ist, vor allem in Österreich, nur wenig bekannt. Aufhorchen ließ er aber immer wieder: Ende 2023 erreichte BYD ein Prozent Marktanteil in Österreich und erst kürzlich wurde bekannt, dass der Bund dem chinesischen E-Autobauer einen Großauftrag erteilt hat, bis zu 640 Fahrzeuge in den kommenden Jahren für den öffentlichen Dienst zu liefern.

Doch es geht noch viel größer: Der chinesische Elektroautohersteller hat mit seinem Verkaufszahlen im letzten Quartal 2023 gerade Tesla weltweit vom Thron gestoßen. Und dies, obwohl Tesla mit 485.000 verkauften E-Autos einen Rekordwert verzeichnet hat. BYD lieferte im gleichen Zeitraum 528.000 Elektrofahrzeuge an Kunden aus. Gründe für den Anstieg der Verkaufszahlen des chinesischen Herstellers sind laut eigener Aussage vor allem Preissenkungen und Rabatte im letzten Quartal – während Tesla die Preise mehrheitlich erhöht hat.

Elon Musk macht sich über BYD lustig

In einem alten Video spottete Elon Musk einst über den chinesischen Autohersteller BYD. Die Produkte seien nicht gut und er sehe BYD nicht als Konkurrenz. Diese Aussage dürfte der Tesla-Gründer mittlerweile bereuen. Der Konkurrenzkampf scheint sich weiter zuzuspitzen. In China ist BYD bereits die meistverkaufte Automarke. Und der chinesische Autohersteller möchte auch immer mehr ins Ausland expandieren. Ende Dezember kündigte BYD an, in Szeged in Ungarn den ersten Produktionsstandort zu bauen für die lokale Produktion in Europa.

In Österreich gibt es die Fahrzeuge von BYD aktuell nur über Importeure zu kaufen. Andere chinesische Automarken sind in Österreich aber verfügbar.

Wer ist BYD?

BYD steht für die Abkürzung des chinesischen Namens (vereinfacht: Biyadi) und wird gleichzeitig auch als Abkürzung für den Slogan des Unternehmens ("Build Your Dreams") verwendet. Das chinesische Unternehmen BYD gibt es seit 1995. Gründer und Präsident ist der studierte Chemiker Wang Chuanfu. Das Unternehmen startete mit wenigen Mitarbeitenden und stellte wiederaufladbare Batterien her. 2003 übernahm Chuanfu einen staatlichen Automobilhersteller und gründete die Tochtergesellschaft BYD Auto.

Neben klassischen E-Auto-Modellen entwickelt BYD auch elektrisch betriebene Busse, Lastwagen und weitere Nutzfahrzeuge mit Elektro- oder Hybrid-Antrieben. Aktuell gehört BYD Auto zu den größten Automobilproduzenten Chinas und der Welt. In China löste BYD den bisherigen Marktführer VW bei den Verkaufszahlen ab. BYD ist zudem der global drittgrößte Produzent von Lithium-Ionen-Batterien. Die Batterien für seine Elektrofahrzeuge stellt der Konzern selbst her und kann dadurch höhere Margen für seine Fahrzeuge verlangen.

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    Stefan Gruber

    Mehr Modelle, günstigere Preise

    Das Unternehmen setzt auf eine breitere Produktpalette als Tesla und bietet mehrere Modelle an, die viel weniger kosten als Tesla für seine günstigste Limousine Model 3 in China verlangt. Erst kürzlich begann Tesla mit der Auslieferung der ersten Cybertruck-Modelle. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, auf X gab das Unternehmen bekannt, dass einige Hundert Modelle auf den Straßen unterwegs seien. Für den Umsatz von Tesla sind hauptsächlich zwei Modelle verantwortlich: die Limousine und das Model Y. Sie machten im vierten Quartal 2023 95 Prozent der Auslieferungen aus.

    red
    Akt.