Eine Geschichte eines völlig aus den Fugen geratenen Lebens fand gestern am Landesgericht Klagenfurt einen vorläufigen Schlusspunkt. Die 47-Jährige wurde am Klagenfurter Landesgericht von einem Geschworenengericht wegen Mordversuchs an ihrem Sohn schuldig gesprochen.
585 Mal soll die einst als Pädagogin tätige Angeklagte nach Methoden von Mord und anschließendem Selbstmord gegoogelt haben. Schließlich habe sie sich für das Ableben mittels Rauchgasvergiftung entschieden. Nur dem beherzten Eingreifen einer Angehörigen verdanken Mutter und Sohn ihr Leben.
Am Montag ist die 47-Jährige zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Die Geschworenen entschieden mit fünf zu drei Stimmen auf Mordversuch. Ihr Verteidiger Philipp Tschernitz erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist daher noch nicht rechtskräftig.
Im August 2020 brachte die Angeklagte einen brennenden, selbst gebastelten Griller vom Balkon ins Kinderzimmer. Die Fenster hatte sie vorher abgedichtet.
Durch eine hohe Kohlenmonoxid-Konzentration wurden Mama und Kind rasch ohnmächtig und erlitten eine schwere Rauchgasvergiftung.
"Heute" berichtet üblicherweise nicht über Selbsttötungen - außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie unter Selbstmord-Gedanken, oder Depressionen leiden, dann kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter der Nummer 142.
Die Frau soll seit 20 Jahren an einer bipolaren Störung leiden. Mehrere Suizidversuche eines Nachbarsbuben sollen die Phantasie der Beschuldigten angestachelt haben. Die Rechtfertigung für ihre Tat klang holprig: Alles sei reiner Zufall und im Haus hätte es Kamine gegeben. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Einweisung in eine Anstalt.