"Heim sperrte 85-jährige Mama wegen Spaziergang aus"

Hat Hausverbot: Tochter Petra Rosenfeld
Hat Hausverbot: Tochter Petra Rosenfeldprivat
Nach einem Spaziergang mit ihrer Tochter durfte eine 85-Jährige in Wr. Neustadt nicht mehr zurück ins Pflegeheim – Corona-Angst! Die Polizei musste anrücken, die Tochter bekam Besuchsverbot, die Seniorin musste dann ihren Geburtstag allein verbringen.

So hatte sich eine 85-jährige Wr. Neustädterin ihren Geburtstag sicherlich nicht vorgestellt - sie musste ihn ohne ihre Tochter (49) verbringen, denn die hatte Hausverbot.

Rückblick: Nach über sechs kontaktlosen Wochen konnte Tochter Petra Rosenfeld am Sonntag endlich wieder ihre Mutter in einem Pflegeheim in Wiener Neustadt besuchen.

Hausverbot für Tochter

"Wir gingen nur eine halbe Stunde an die frische Luft, dann wurde meiner Mutter der Zutritt verwehrt", so die Tochter, die durch ihren Beruf im Spital (Anm.: Abteilungshelferin im Landesklinikum) auch einen negativen Coronatest vorweisen kann. Es folgte ein Polizeieinsatz, mit Hilfe der kalmierenden Beamten durfte die alte Dame nach über zwei Stunden endlich zurück ins Pflegeheim.

Am Mittwoch, dem 85. Geburtstag der Mutter, durfte die Tochter nicht mehr ins Pflegeheim. Die Begründung: Hausverbot für Petra Rosenfeld. Und: Die Mutter liegt jetzt in Quarantäne.

"Es bricht mir das Herz"

"Es bricht mir das Herz. Ich habe natürlich anfangs die notwendigen Maßnahmen akzeptiert, meine Mutti sechs Wochen nicht gesehen, obwohl es ihr dadruch psychisch immer schlechter ging. Aber was da jetzt abgeht ist nicht mehr tragbar. Ich habe einen aktuellen negativen Test, gab meiner Mutter beim Spazierengehen kein Bussi - also was soll das?", so Petra Rosenfeld, die Wr. Neustadts Bürgermeisterstellvertreter und FP-General Michael Schnedlitz informierte.

"So unmenschlich kann man Senioren nicht behandeln, das grenzt ja an Freiheitsberaubung. Außerdem hat die Bundesregierung ein völliges Chaos und menschenunwürdige Zustände hinterlassen. Zudem war das besagte Heim schon öfters auffällig."

Kritik von Michael Schnedlitz
Kritik von Michael SchnedlitzFP

Das sagt das Heim

Ein Sprecher des Heims sagt zu der Causa: "Wir haben recht strenge Hygienevorgaben. Die Frau hat sich an nichts gehalten und die Einverständniserklärung nicht unterschrieben. Die 85-Jährige liegt in einem Doppelzimmer und wir hatten an jenem Tag kein Quarantänezimmer frei, darauf haben wir die Tochter auch hingewiesen. Jetzt ist die Mutter und deren Mitbewohnerin in Quarantäne. Unterschreibt die Tochter die Besuchseinverständniserklärung wird das Besuchsverbot aufgehoben. Und die Tochter hätte selbstverständlich auch am Geburtstag ihre Mutter besuchen können, sie hätte nur die Einverständniserklärung unterschreiben müssen. Und was wäre, wenn die Mutter Corona ins Haus gebracht hätte? Man kann den Mitarbeiterin keinen Vorwurf machen, sie haben sich nur an die Vorschriften gehalten."

Petra Rosenfeld kontert: "Das mit der Einverständniserklärung wurde mir erst nach dem Polizeieinsatz gesagt, davon war beim Besuch keine Rede. Ich rede am Freitag mit meinem Anwalt und lass mich beraten, ob ich diese Erklärung unterzeichen soll."

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