Nach Messer-Attacke: "Ich bringe dich um"

Am Landesgeircht Wels muss sich das Pärchen heute verantworten.
Am Landesgeircht Wels muss sich das Pärchen heute verantworten.justiz.gv.at
Ein arbeitsloser Vöcklabrucker soll einen Polizisten mit dem Umbringen bedroht haben. Zusammen mit seiner Freundin stand er am Montag vor Gericht.

Gegen 22.30 Uhr herrschte am 27. Mai vor einem Lokal in Vöcklabruck plötzlich große Aufregung. Die Polizei war dorthin beordert worden, da laut Zeugen kurz zuvor ein Arbeitsloser (36) einen jungen Nachtschwärmer (18) mit dem Messer bedroht haben soll. Er habe damit gegen die Pkw-Fensterscheibe des Jüngeren geschlagen. Zu einem anderen Beteiligten (17) soll er gesagt haben, er werden ihm das Kiefer brechen, wenn er nicht ruhig sei. 

Als die Beamten eintrafen, fehlte von dem Beschuldigten aber jede Spur. Er flüchtete mit dem Wagen zur Wohnung seiner Freundin (28). Sie zeigte sich vom Besuch der Beamten aber alles andere als erfreut.

Wie die Polizei berichtet, schrie sie die Polizisten schon im Stiegenhaus laut an. Die unbescholtene Frau habe zu den Beamten noch gemeint, dass sie ohne Durchsuchungsbefehl nicht in die Wohnung hinein kommen würden. 

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Gleich danach versuchte sie laut Anklageschrift, die Türe wieder zu schließen. Der Versuch scheiterte, da ein Polizist seinen Fuß in die Tür stellte. Als sie kurz darauf auch noch versucht haben soll, die Polizisten zu schlagen, wurde es den Einsatzkräften zu viel. 

Anwalt Lorenz Kirschner vertritt die beiden Angeklagten.
Anwalt Lorenz Kirschner vertritt die beiden Angeklagten.Privat

Für sie ging es anschließend genauso wie für ihren Lebensgefährten mit auf die Polizeiinspektion. Auf dem Weg zum Auto soll der Angeklagte noch mit einigen Kraftausdrücken sowie Drohungen um sich geworfen haben. Unter anderem habe er gesagt "Du kleiner Wi*** " und "Ich erwische dich schon noch." Zudem hat er laut Anklageschrift einem Beamten mit der Hand gegen den Brustkorb geschlagen.

Pärchen musste sich am Montag in Wels verantworten

Auch auf dem Polizei-Posten wollte sich der Beschuldigte nicht beruhigen. Laut Polizei bedrohte er dort einen Beamten mit den Worten "Ich bring dich um, du F***." Mehrere Kollegen gaben an, diese Drohung auch so gehört zu haben.

Das Pärchen musste sich Montagvormittag am Welser Landesgericht verantworten. Ihnen wurde Widerstand gegen die Staatsgewalt, Nötigung, gefährliche Drohung, das Vergehen der Sachbeschädigung sowie das Vergehen der schweren Körperverletzung vorgeworfen. 

Anwalt Lorenz Kirschner stößt der Vorwurf der versuchten Körperverletzung gegen seinen Mandanten sauer auf. Er meint: "Es war kein Schlag, sondern ein Wegstoßen mit beiden Händen", erklärt der Jurist den Übergriff des 36-Jährigen gegen einen Beamten. Dieses Vergehen ist laut seinen Aussagen dann "nur" Widerstand und keine versuchte Körperverletzung.

Nach nur einer halben Stunde war die Verhandlung auch schon wieder beendet. Der Vöcklabrucker erhielt fünf Monate Haft auf Bewährung. Seine Freundin bekam 1.800 Euro Geldstrafe aufgebrummt. Die Urteile sind rechtskräftig.

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