Bis zu 7 Minuten? VP-Ärger über lange Rotphasen

Wenig zufrieden mit der Umgestaltung des Johann-Nepomuk-Berger-Platzes ist VP-Bezirksobmann Stefan Trittner. Er kritisiert  die nun langen Rotphasen und das architektonische Erscheinungsbild.
Wenig zufrieden mit der Umgestaltung des Johann-Nepomuk-Berger-Platzes ist VP-Bezirksobmann Stefan Trittner. Er kritisiert die nun langen Rotphasen und das architektonische Erscheinungsbild.Bild: ÖVP Ottakring
Bis Herbst 2018 wurde der Johann-Nepomuk-Berger-Platz (Ottakring) neugestaltet. Doch laut der Bezirks-ÖVP ist er nun schlimmer als zuvor.
Verkehrsberuhigt und mehr Grün: Das war das Ziel der Umgestaltung des Johann-Nepomuk-Berger-Platz (Ottakring), die im Sommer 2017 startete. Rund ein Jahr später wurde der, um rund neun Millionen Euro überarbeitete Platz samt rund 4.000 Quadratmeter großem Park im September 2018 eröffnet.

Doch das Ergebnis gefällt nicht allen. Vor allem die Bezirks-ÖVP sieht den Johann-Nepomuk-Berger-Platz als "Problemplatz Nummer 1" an. Verärgert zeigt sich Bezirks-Klubobmann Stefan Trittner vor allem über die deutlich längeren Rotphasen als Folge des Umbaus. "Vor dem Umbau wurde eine bessere Verkehrsregelung versprochen, davon ist aber nichts zu sehen. In der Ottakringer Straße kommt es zu Rotphasen von bis zu sieben Minuten, wie mehrere Anrainer berichteten. Ich selber konnte immerhin mehr als viereinhalb Minuten Wartezeit messen", so Trittner.

Von dem Problem seien nicht nur Autofahrer, sondern auch Radfahrer und Fußgänger betroffen. Auch für die Geschäftsleute seien die Auswirkungen ein großes Problem: "Da zuerst im Zuge des Umbaus der Ottakringer Straße und jetzt im Zuge des Umbaus des Johann-Nepomuk-Platzes viele Parkplätze entfernt wurden, kommen weniger Kunden und die Geschäftsleute leiden unter teilweise deutlichen Umsatzeinbußen", kritisiert Trittner.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. MA33: "Ampelschaltung erfolgt durch Straßenbahnen"

Auf "Heute"-Frage erklärt die für Ampeln zuständige MA33 in einer schriftlichen Stellungnahme, dass "die neu errichtete Verkehrslichtsignalanlage (= Ampel) am Johann-Nepomuk-Berger-Platz grundsätzlich von den ankommenden Straßenbahnzügen gesteuert wird, sodass für den Individualverkehr, aber auch für die Straßenbahnen selbst bei oftmaligen Anmeldungen längere Wartezeiten auftreten können".

Diese Maßnahme müsse im Sinne einer Bevorrangung des öffentlichen Verkehrs aber akzeptiert werden. Dennoch würden "im Zuge von gesammelten Erfahrungswerten sicherlich noch Anpassungen an das Schaltprogramm erfolgen". Tatsächlich vorgenommen wurden Änderungen am bestehenden Schaltprogramm in letzter Zeit aber nicht, heißt es.

Wiener Linien nützen jede Chance aufs Schnellsein

Bei den Wiener Linien bestätigt man, dass es im Zuge der Neugestaltung des Platzes zu einer Bevorrangung der Öffis gekommen sei. "Es ist unser Auftrag, die Wiener so schnell wie möglich von A nach B zu bringen. Wenn wir also die Möglichkeit zu einer Bevorrangung bekommen, greifen wir zu", so eine Sprecherin zu "Heute".

Wartezeiten bis zu sieben Minuten schließen die Wiener Linien aber aus. "Außer es sind Gleise blockiert, dann gibt es aber überall in Wien längere Wartezeiten".

Kritik an mehr Verkehr und "Häusl" als Platz-Mitte

Ein weiteres Problem sieht Trittner im Links-Abbiegeverbot aus der Ottakringer Straße in Richtung stadtauswärts dar. "Seit man auf dem Platz nun nicht mehr links abbiegen kann, müssen vor allem zahlreiche LKW, die zur Ottakringer Brauerei fahren, neue und längere Routen nehmen. Diese führen teilweise durch die enge Taubergasse und Rosensteingasse, halten in den engen Gassen den Verkehr auf und sorgen insgesamt für mehr Verkehr im Grätzl", so Trittner.

Wenig glücklich ist der Klubobmann auch mit der Platzgestaltung. So werde der Platz jetzt architektonisch von einem WC-Häuschen geprägt, das genau in der Mitte des Platzes steht. "Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um ein künstlerisch wertvolles Objekt im Otto-Wagner-Design, sondern um ein klobiges, bestenfalls pragmatisch-funktionelles 'Häusl'".

VP fordert Rückbau gegen "Problemplatz"

Um zumindest die, aus Sicht der Ottakringer ÖVP gravierenden Verkehrsprobleme einzudämmen, fordert Trittner die zuständigen Magistratsabteilungen auf, umgehend Lösungsvorschläge zu entwickeln, um die Staus zu reduzieren, die Rotphasen in der Ottakringer Straße zu verkürzen und den Verkehrsfluss im Sinne aller Verkehrsteilnehmer wieder herzustellen.

"Notfalls braucht es auch teilweise Rückbaumaßnahmen, denn derzeit ist der Johann-Nepomuk-Berger-Platz aus Verkehrssicht leider ein echter Problemplatz. Der Platz ist für die Anrainer und die Verkehrsteilnehmer äußerst wichtig, daher braucht es dringend Lösungen. Ein erster Schritt wäre ein Runder Tisch mit allen Betroffenen, unter Einbindung von professionellen Verkehrsplanern", so der Bezirkspolitiker.

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