Häusliche Gewalt: Leichter Anstieg im März

Am Sonntag präsentiert Innenminister Karl Nehammer gemeinsam mit Frauenministerin Susanne Raab eine neue Info-Offensive und aktuelle Zahlen zur häuslichen Gewalt in Österreich.
Wie Innenminister Karl Nehammer am Sonntag informierte, gab es im März einen leichten Anstieg an häuslicher Gewalt in Österreich. Im Jänner wurden 937 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen worden, im Februar waren es 847 und im März 961.

Kampagne gestartet

Die "kleine Steigerung im März" sei laut Nehammer ernst zu nehmen. Die Regierung startet deshalb eine Kampagne gegen häusliche Gewalt. "Mit dieser Kampagne soll ein Beitrag geleistet werden, um mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden zu haben." Die wichtigste Aufgabe sei es, Frauen dazu ermutigen, Anzeige zu erstatten.

Nehammer betonte bei der Pressekonferenz, dass Frauen nicht allein sind. Es gebe gut ausgebildete Polizistinnen und Polizisten. Frauen, die sich bedroht fühlen, sollen 133 oder 112 wählen. "Es wird Ihnen geholfen", versicherte Nehammer.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Kampagne wird zuerst im Internet, später auch in Printmedien und im Fernsehen geschaltet. Die letzten drei Wochen Ausgangsbeschränkungen und Isolation seien für viele Familien schwierig, erklärte Frauenministerin Raab. Viele Frauen seien deshalb auch verunsichert und Experten vermuten, dass deshalb auch Anzeigen in der Corona-Krise verzögert stattfinden.

Anstieg der Anrufe bei Frauen-Helpline

"Je länger die Isolation andauert, desto mehr steigen auch die Risikofaktoren", betonte Raab. "Wir haben daher bereits vor zwei Wochen Vorsorge getroffen und umfassende Maßnahmen gegen häusliche Gewalt gestartet", so die Ministerin. Die Frauen-Helpline unter der Nummer 0800 222 555 wurde finanziell und personell aufgestockt. Auch liegen Folder in den Supermärkten auf und online gibt es unter haltdergewalt.at Hilfe für Betroffene.

Wie die Ministerin erklärt, gab es bei den Anrufen bei der Frauen-Helpline einen Anstieg um 67 Prozent. 95 Prozent der Anrufer seien Frauen, die restlichen fünf Prozent sind Männer, die sich um Frauen in ihrem Umfeld sorgen.

Wenn es bereits gewaltsame Verhaltensmuster in einer Beziehung oder in der Familie gibt, werden diese durch die Corona-Krise verstärkt.

Kein Engpass bei Frauenhäusern

Zudem erklärte die Ministerin, dass es keinen Engpass in den Frauenhäusern gibt. Es seien ausreichend Ausweichquartiere vorhanden. Eine italienische Amtskollegin hatte erklärt, dass die Anfragen bei Fraueneinrichtungen in den ersten Wochen der Isolation in Italien gesunken seien, weil viele Betroffene geglaubt hätten, dass Frauenhäuser geschlossen sind.

In Frankreich ist laut Raab die Zahl der Anzeigen um 32 Prozent gestiegen. In China gab es eine Verdreifachung an Fällen von häuslicher Gewalt.



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