Der neue Nest Hub im Test: Das Besserschlaf-Radar

Google hat seinen neuen Nest Hub auf den Markt gebracht. Im Vergleich zum Vorgänger ist ein smartes Schlaf-Tracking neu, das sehr positiv überrascht.

Der neue Nest Hub ist wie sein Vorgänger ist ein smartes Display, womit sich das vernetzte Zuhause steuern lässt. Auch kann der Speaker Videos und Musik abspielen oder dient in der Küche als Rezeptsammlung, oder in der Stube als Fotoframe für die eigenen Bilder. All das konnte schon die erste Generation des Geräts, nun hat Google aber ein zweites Modell nachgelegt. Und das dreht sich vor allem um den Einsatz im eigenen Schlafzimmer. Klingt seltsam, macht aber Sinn.

Jeder fünfte Nest Hub steht im Schlafzimmer, erklärte Google bereits bei der Präsentation der zweiten Generation des smarten Displays. Eine Zahl, die sich jetzt noch vergrößern dürfte. So verspricht Google ein leichteres Einschlafen und Aufwachen, wenn das Gerät neben dem Bett steht. Wie das geht? Die sogenannte Soli-Technologie soll es richten. Aktiviert man diese optionale Funktion, erkennt der Nest Hub, wann man zu Bett geht, wie gut man schläft und wann man aufwacht.

Wächter über den nächtlichen Schlaf

Da der Nest Hub über keine Kamera verfügt, übernimmt ein Radar das Schlaf-Tracking. Auf Wunsch kann auch zusätzlich das verbaute Mikrofon und der Temperatursensor aktiviert werden, um Schnarchen und Husten zu erkennen und noch genauere Analysen abzuliefern. Zur Kalibrierung des Geräts stellt man es etwa in Matratzenhöhe auf den Nachttisch und legt sich einfach mit einer Armlänge Abstand kurz und ruhig in Schlafposition. Schon wacht der Nest Hub über den nächtlichen Schlaf.

Egal ob kurzes Nickerchen oder langer Schlaf, der Nest Hub erkannte und analysierte die Situation im "Heute"-Test überraschend präzise. Während der Aufzeichnung signalisiert ein kleiner Schriftzug und ein Icon, wann das Schlaftracking aktiv ist. Zuvor kann man auch in der Google-"Home"-App angeben, wann man typischerweise ins Bett geht und aufsteht. Am nächsten Morgen liegen wenige Minuten nach dem Aufstehen dann alle Daten zur Schlafqualität parat.

Viele Infos für die Schlafverbesserung

Die Analyse des Schlafs kann sich sehen lassen: Nutzer bekommen Informationen dazu, wie oft und wann sie sich unruhig bewegt, geschnarcht oder gehustet haben, wie lange und gut sie durchgeschlafen haben und wie lange das Einschlafen gedauert hat. Sämtliche Daten kann man übrigens nicht nur am Hub-Bildschirm, sondern auch in der "Fit"-App von Google unterwegs einsehen. Google macht es dem Nutzer dabei auch leicht, selbst für einen besseren Schlaf zu sorgen.

Je identer die drei Kategorien-Kreise Schlafrhythmus (wie gut man die selbst vorgegeben Einschlaf- und Aufwachzeiten einhält), Dauer (möglichst zwischen sieben und neun Stunden) und Qualität (wie erholsam der Schlaf war) sich am Display decken, umso besser war der Schlaf insgesamt. So hat der Nutzer gleich im Blick, ob er an den "Basics" nachbessern muss. Sind Atemfrequenz, Schnarchen und Husten dagegen auffällig, könnte medizinische Hilfe ratsam sein.

Erstaunlich gute Auswertungen

Im Test erkannte der Nest Hub sowohl die Schlafenzeit fast auf die Minute genau, als auch ein Aufstehen in der Nacht. Auch stimmte die Einschätzung der Schlafqualität immer mit der Selbsteinschätzung des Testers überein. Eine zweite Person im Bett ist übrigens kein Problem und wird vom Nest Hub ausgeblendet, solange man ihn richtig kalibriert hat und die zu trackende Person näher am Gerät liegt. Die Daten selbst sind laut Google sicher: Schlafdaten werden nicht für Werbezwecke genutzt und Audioaufnahmen vom Schnarchen und Husten nur auf dem Gerät verarbeitet.

In der Praxis konnte der Nest Hub mit seinen zusätzlichen Schlaftipps tatsächlich dafür sorgen, dass sich der Schlaf des Testers verbessert hat. Eigentlich sind die Grundlagen ja klar: Möglichst gleichbleibende Schlaf- und Aufsteh-Zeiten und möglichst rund acht Stunden Schlaf. Dennoch ist es praktisch, einen kleinen Helfer zur Seite zu haben, der einen an diese Grundlagen erinnert und zudem noch im Auge hat, ob es vielleicht auch gesundheitliche Probleme bei Atmung und Co. geben könnte, die einen schlecht schlafen lassen. Ein tolles Gadget für jene, die mit ihrem Schlaf kämpfen!

Was der Nest Hub sonst noch kann

Das Display des Nest Hub wird am Abend dunkler, um es angenehmer zu machen, daneben einschlafen zu können. Auch können am Abend nützliche Funktionen, etwa der Wecker, direkt über das Display eingestellt werden. Auch kann man verknüpfte Lichtquellen oder Geräte ausschalten und die eigenen Schlaflieder abspielen. Wenn es Zeit zum Aufwachen ist, macht der sogenannte Sunrise-Alarm von Nest Hub das Display allmählich heller und erhöht die Alarmlautstärke. Braucht man noch ein paar Minuten Schlaf, kann man einfach mit der Hand vor dem Display wedeln, um den Wecker in den Schlummermodus zu versetzen – durch die neue Gestensteuerung. Neu bei der zweiten Generation sind außerdem ein besserer Bass (sorgt für tollen Sound!) bei der Audiowiedergabe und ein nachhaltiges Design.

54 Prozent des verbauten Plastiks ist laut Google wiederverwendet, recycelt. Beim Design hat sich übrigens kaum etwas getan. Einzig das 7 Zoll große Display (1024 x 600 Pixel) reicht nun bis an den Rand und hat keinen Rahmen mehr. Die übrigen Funktionen kennt man vom Vorgänger: Der Nest Hub kann als dekorativer, digitaler Bilderrahmen für eigene Fotos oder vorgegeben Kunstwerke und Naturaufnahmen verwendet werden, Streaming- und Musikdienste wie YouTube Music und Netflix können gekoppelt werden oder man kocht nach Video-Anleitungen das Abendessen. 100 Euro kostet der neue Nest Hub – wer die Schlaf-Funktion nicht nutzen will, ist mit der ersten Generation aber fast genauso gut bedient. Im Einsatz als Besserschlaf-Radar konnte der Nest Hub der zweiten Generation jedoch voll überzeugen.

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