Wiens 1. vollautomatische U-Bahn auf Schiene

Ab 2022 soll der X-Wagen auf der neuen U5-Strecke unterwegs sein. Ein ersten Blick auf den neuen Zug gab es heute im Siemenswerk in Wien-Simmering.

Der neue X-Wagen wird Wiens erster vollautomatischer U-Bahn-Zug sein. Ab der zweiten Jahreshälfte 2020 sollen die ersten Garnituren ausgeliefert werden, voraussichtlich 2022 soll der X-Wagen dann auf der neuen U5-Strecke in den Regelbetrieb gehen.

Bei einem Besuch im Siemenswerk (Simmering) machten sich

Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und der Geschäftsführer der Wiener Linien Günter Steinbauer selbst ein Bild vom Fertigungsfortschritt der neuen Züge. Dabei wurde der erste "lackierte Wagenkasten" präsentiert, der nun bereit für den Innenausbau ist.

Neue U-Bahn aus 90% Recyclingmaterialien

"Der X-Wagen ist eine wichtige Investition für die klimafreundliche Mobilität in Wien. Umweltschutz beginnt dabei bereits in der Fertigungshalle. Die neuen U-Bahn-Züge bestehen zu über 90 Prozent aus wiederverwertbaren Materialien. Die Leichtbauweise, die moderne LED-Beleuchtung und die besonders energiesparende Heizungs- und Klimaausstattung ermöglichen einen noch niedrigeren Energieverbrauch", freut sich Sima. Da der neue X-Wagen in Simmering produziert werde, sei er ein "waschechter Wiener", der auch Arbeitsplätze in der Region sichere und den Wirtschaftsstandort stärke.

Ökologisch sei auch das Bremssystem des X-Wagens, ergänzte Steinbauer: "Das elektrodynamische Bremssystem ermöglicht eine Energierückspeisung von bis zu 90% der Bremsenergie in die Stromschiene".



X-Wagen ab voraussichtlich 2022 im Fahrgastbetrieb

Mit dem Bau der neuen U5 wird der X-Wagen Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie bedienen. Der Zug wurde maßgeschneidert für das Wiener U-Bahn-Netz entwickelt, kann modular mit oder ohne Fahrerkabine ausgestattet und sowohl manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch betrieben werden. In der Testphase soll der X-Wagen vereinzelt bereits 2021 im U-Bahn-Netz unterwegs sein, wenn auch noch ohne Fahrgäste. Mit Erteilung der Betriebsbewilligung könnte der X-Wagen bereits ab 2022, mit U-Bahn-Fahrer, Fahrgäste auf den Linien U1 bis U4 befördern.



Beim X-Wagen kommt weltweit erstmals das innovative Fahrgastinformationssystem Plus zum Einsatz. "Digitale Informationsdisplays oberhalb jeder Tür bieten den Passagieren bereits vor Ankunft in der Station eine positionsabhängige Wegeleitung der nächsten Station, inklusive aktueller Anschlussverbindungen. Fahrgäste wissen damit bereits vor der Station, in welche Richtung sie nach ihrer Ankunft weitergehen müssen. Das sorgt für eine Optimierung des Fahrgastflusses und mehr Reisekomfort für die Fahrgäste", erklärt Albrecht Neumann, Leiter Bereich Schienenfahrzeuge bei Siemens Mobility.

Mehr Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit für die Fahrgäste

Derzeit befindet sich der neue U-Bahnzug noch im "Rohzustand" und kommt als lackierter Wagenkasten mit Frontmaske daher. Doch schon jetzt nimmt der X-Wagen sichtbar seine Form an. Punkten soll der Wagen vor allem durch einen offen gestalteten Innenraum mit großzügigen Einstiegsbereichen. Dadurch sollen die Fahrgäste schneller und bequemer ein- und aussteigen können.

Mit einer Gesamtlänge von 111 Metern und einer Breite von 2,85 Metern hat der neue X-Wagen dieselben Ausmaße wie der Typ V, der bereits seit Jahren im Wiener U-Bahnnetz unterwegs ist. Jedoch ist im neuen Wagen mehr Platz für Fahrgäste: Der V-Typ bietet 878 Plätze, der neue X-Wagen 928. Dazu kommen je Wagon sechs Rollstuhlfahrerplätze, davon zwei in der Zugmitte.

Die Sitze bestehen aus hochwertigem Schichtholz, die Anordnung erfolgt in einer Kombination aus den gewohnten Quersitzen mit zusätzlichen Längssitzen an der Außenwand der Züge sowie Klappsitzen. Fahrgäste mit Kinderwägen und Gepäck finden angenehm viel Platz. Bei allen U-Bahn-Türen befinden sich Klapprampen, zusätzliche Rollstuhlplätze in der Mitte des Zuges bieten höchste Barrierefreiheit.



U5 bringt erstmals Bahnsteigtüren

Wo heute noch die U2 fährt, wird künftig die türkise U5 fahren: Wiens erste vollautomatische U-Bahn-Linie. Dafür müssen die bestehenden Stationen Karlsplatz bis Rathaus umgerüstet und mit Bahnsteigtüren ausgestattet werden, die U5-Station Frankhplatz wird neu gebaut. Der vollautomatische Betrieb, der in Städten wie Paris und Barcelona bereits bestens erprobt ist, macht die U-Bahn noch sicherer und zuverlässiger. Die Bahnsteigtüren öffnen sich erst, sobald der Zug in der Station steht.

Vorerst haben die Wiener Linien bei Siemens 34 Züge bestellt, die Option auf weitere elf besteht. Fertig ausgeliefert sollen die X-Wägen dann 2030 sein. (lok)

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