Der 125-fach-Zoom liefert Ihnen außerirdische Fotos

Die Nikon P1000 ist mehr Teleskop als Kamera. Die Kamera macht geniale Bilder, kann aber in einem Punkt nicht mit einem Handy mithalten.
Die eigenen Füße sind ein guter Zoom, so sagt man. Doch um das Sujet so stark heranzuholen wie mit der Nikon P1000, sollte man besser die Wanderschuhe anziehen. Denn die Kamera der Japaner bietet für verhältnismäßig wenig Geld einen Brennweitenbereich zwischen 24 bis 3.000 Millimeter. Das entspricht einem 125-fach-Zoom.

Was das konkret bedeutet? Mit 3.000 Millimeter füllt der Mond das Foto relativ gut aus und man sieht auf dem Bild sogar einzelne Krater. In der Redaktion sorgte die Kamera während des Tests vor allem wegen ihrer Zoom-Leistung für Aufsehen. Doch weniger entzückt war man über die Größe. Das Gerät ist wesentlich größer als sein Vorgänger und mit rund 1,4 Kilogramm ist sie kein Leichtgewicht. Die Akkuleistung ist passabel.

Autofokus eher träge

Das Ergebnis des Tests gibt es im Video oben und in der Bildstrecke hier unten zu sehen. Getestet wurde das Gerät unter anderem im Zoo Zürich, wo es einen ungeahnten Blickwinkel auf die Tierwelt ermöglicht. Für sich schnell bewegende Objekte ist die P1000 jedoch eher weniger geeignet. Der Autofokus ist träge und bis die Linse vollständig ausgefahren ist, vergehen rund zwei Sekunden. Für ruhige Videoaufnahmen sind Stativ und Fernbedienung von Vorteil.



CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Zwar steht auf der Nikon-Kamera "24–3.000 Millimeter", die physikalische Brennweite beträgt aber eigentlich nur 4,3 bis 539 Millimeter. Weil der Sensor der P1000 so klein ist, kann diese Zahl dann mit dem Faktor 5,6 multipliziert werden, was zu dieser extremen Vergrößerung führt. Der Haken: Der Sensor ist kleiner als in den meisten modernen Smartphones.

Größenvergleich: Rechts ein Macbook Pro (13 Zoll). Besonders handlich ist die Nikon-Kamera nicht.
Größenvergleich: Rechts ein Macbook Pro (13 Zoll). Besonders handlich ist die Nikon-Kamera nicht.
Der P1000 von Nikon sind damit Grenzen gesetzt. So nimmt die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen drastisch ab. Schraubt man die Lichtempfindlichkeit hoch, so fangen Bilder an zu rauschen. Es sind Probleme, mit denen Smartphone-Kameras auch zu kämpfen haben.

37 Cent pro Millimeter

Die Nikon P1000 ist eine Spezialkamera, die man nicht einfach so auf eine Städtereise mitnimmt, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Der extreme Zoom macht sie aber zu einer einzigartigen Kamera auf dem Markt. Sie ist ein guter Begleiter für Mond-Fanatiker, Ornithologen und Tierbeobachter, die auf ihr Budget achten müssen. Klar gibt es besseres Equipment in dem Bereich. Doch entsprechende Objektive kosten schnell mehrere Tausend Euro. Für rund 37 Cent pro Millimeter Brennweite – sprich für 1.099 Euro – ist die P1000 absolut konkurrenzlos. (tob)

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