NS-Mahnmal auf Aspangbahnhof eröffnet

Auf dem Areal des ehemaligen Aspangbahnhofs wurde am Donnerstag ein Denkmal für die Opfer von NS-Deportationen eröffnet. Für mehr als 47.000 Wiener war es die erste Station auf dem Weg in die Konzentrationslager.

„Niemals vergessen" heißt, die Erinnerung an den Holocaust für die zukünftigen Generationen zu bewahren. Im Sinne dieser Verantwortung entstand das Mahnmal im Leon-Zelman-Park in Wien Landstraße.

Bei der rund einstündigen Zeremonie waren prominente Polit-Persönlichkeiten dabei, wie Maria Vassilakou (Grüne) und Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ). Oskar Deutsch und die israelische Botschafterin in Österreich, Talya Lador-Fresher, sprachen vor dem versammelten Publikum.

Ein Zeitzeuge erinnert sich

Herbert Schrott ist einer der wenigen Überlebenden und auch einer der wenigen, die nach Wien zurückgekommen sind. Bei der Eröffnung des Mahnmals sprach er vor allem vom Spott und Hohn der Wiener, der ihm am Weg zum Aspangbahnhof von der Bevölkerung entgegengebracht wurde. "Den Wienern war die Tragödie damals ein Triumph, ein Zeichen von Mitgefühl und Menschlichkeit gab es nicht", so der Zeitzeuge. Das Mahnmal soll an eine Zeit ohne Gnade erinnern.

Das Mahnmal

Das von den österreichischen Künstlern PRINZpod entworfene Mahnmal, soll an jene 47.035 verfolgten Juden erinnern, die zwischen 1939 und 1942 vom ehemaligen Aspangbahnhof aus deportiert wurden. Nur 1.075 von ihnen überlebten die Vernichtungsmaschinerie.

Zwei lange Betonstränge laufen wie Bahngeleise in den düsteren Raum eines langgezogenen Betonblocks. Eine Reise ins Ungewisse mit fatalen Vorzeichen – so die symbolische Intention des Kunstwerks. Es nimmt Bezug auf die Örtlichkeit und den schon vorhandenen Gedenkstein. Ergänzt wird es durch Informationstafeln, die auch die Deportationszüge und -orte visualisieren.

(bai)

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