Ö-Top-Manager keine Spitzenverdiener in EU

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Österreichs Top-Manager zählen wenig überraschend nicht zu den Spitzenverdienern in Europa. Unter 14 untersuchten Ländern nehmen sie mit einer durchschnittlichen Vergütung von weniger als 2 Mio. Euro nur den zehnten Rang ein. Nur in Dänemark, Schweden, Norwegen und Portugal verdienen die Top-Manager im Schnitt noch weniger.

Österreichs Top-Manager zählen - wenig überraschend - nicht zu den Spitzenverdienern in Europa. Unter 14 untersuchten Ländern nehmen sie mit einer durchschnittlichen Vergütung von weniger als 2 Mio. Euro nur den zehnten Rang ein. Nur in Dänemark, Schweden, Norwegen und Portugal verdienen die Top-Manager im Schnitt noch weniger.

An der Spitze der Gehaltspyramide stehen unangefochten die britischen Manager-Kollegen, die im Schnitt auf über 5 Mio. Euro Jahresgage kommen, gefolgt von den deutschen mit 4,3 Mio. Euro, wie aus veröffentlichten Zahlen des Beratungshauses ECGS hervorgeht. Die Experten regen an, dass Unternehmen das Verhältnis der Managergehälter zu den Mitarbeiter-Einkommen veröffentlichen sollten.

Britische Unternehmensbosse erhielten der Studie zufolge mit mehr als 5 Millionen Euro noch knapp ein Viertel mehr als Deutschlands Top-Manager. Diese strichen jedoch 252 Prozent mehr als ihre Kollegen in Portugal ein und immerhin noch 25 Prozent mehr als Unternehmenschefs in Frankreich.

Auf den Plätzen drei und vier der 14 untersuchten Länder landeten mit jeweils gut 4 Millionen Euro Chefs von Unternehmen in der Schweiz und Spanien, danach folgen Italien und Frankreich mit unter 4 Mio. Euro. Belgische und niederländische Top-Manager kamen auf unter 3 Mio. Euro. Finnland liegt knapp vor Österreich unter 2 Mio. Euro.

Während ein Großteil der Vergütung in Deutschland bar ausgezahlt wird, erhielten die Chefs britischer oder schweizerischer Unternehmen den Löwenanteil in Form von Aktien. Bei österreichischen Firmen dominiert dagegen das Grundgehalt. Es macht 45 Prozent der gesamten Vergütung aus. Hohe Grundgehälter gibt es noch in Nowegen, Portugal, Dänemark und Schweden mit jeweils über 60 Prozent.

Dagegen müssen britische und Schweizer Manager im Schnitt mit 18 bzw. 27 Prozent Grundgehalt auskommen. Ihr Aktienanteil beträgt 64 bzw. 50 Prozent. In Österreich liegt er nur bei 17 Prozent, 32 Prozent entfallen auf variable Gehaltsbestandteile, die in Deutschland mit 49 Prozent am höchsten liegen.

Die bestbezahltesten Manager sind:


Spitzenverdiener der Manager ist Maurice Lévy, Chef des weltweit drittgrößten Kommunikationsunternehmens Publicis. Er kam auf rund 19,76 Mio. Euro Gesamtvergütung. Das liege vor allem daran, dass Lévy einen seit Jahren aufgeschobenen Anspruch auf ein 16-Millionen-Bonuspaket geltend gemacht habe, hieß es zur Erklärung.
Auf Rang zwei findet sich der inzwischen zurückgetretene Barclays-Vorstandschef Bob Diamond. Seine Gesamtvergütung für 2011 lag demnach bei gut 17,5 Mio. Euro. Die britische Großbank war im Sommer in der Affäre um Zinsmanipulationen (Libor) in die Kritik geraten. Wegen verbotener Absprachen akzeptierte Barclays Ende Juni 290 Mio. Pfund Strafe. Diamond verlor wegen der Affäre seinen Posten.
Die dritthöchste Vergütung unter den Unternehmenslenkern kassierte Martin Sorrell vom britischen Werbeunternehmen WPP. Er kam auf eine Gesamtvergütung von 16,7 Mio. Euro.
Auf Rang vier führt die ECGS-Auswertung als ersten Deutschen Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn, der auf rund 16,6 Mio. Euro taxiert wird. Inklusive einer Nachzahlung für das Vorjahr kassierte Winterkorn sogar mehr als Sorrell: Nach VW-Angaben rund 17,5 Mio. Euro.
Pirelli-Chef Marco Tronchetti ist der bei weitem am besten bezahlte Firmenchef in Italien. Er kam auf 14,5 Mio. Euro.

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