ÖSV-Boss im ORF zu Wolf: "Brauche keine Einflüsterer"

Karl Schmidhofer
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Was plant der neue ÖSV-Präsident? Vor seinem Amtsantritt sprach Karl Schmidhofer über seine Wahl und seine Ziele mit dem Skiverband.

"Ich werde den Verband erfolgreich führen, gemeinsam mit hervorragenden Mitarbeitern", meinte der Onkel von ÖSV-Athletin Nicole Schmidhofer, der in der Nacht auf Mittwoch völlig überraschend zum Nachfolger von Peter Schröcksnadel gekürt wurde, in der "ZiB2". Eigentlich hätte die Entscheidung zwischen den Ex-ÖSV-Assen Michael Walchhofer und Renate Götschl fallen sollen, doch da es bei der Sitzung in Anif keine Einigkeit unter den Bossen der Landesverbände gab, wurde mit Schmidhofer eine Kompromisslösung gefunden.

"Eigentlich bin ich nach Salzburg gefahren, um Renate Götschl vorzuschlagen", berichtet der einstige Seilbahn-Unternehmer und Boss des steirischen Verbands von der stundenlangen Sitzung. "Es gab diese beiden Wahlvorschläge, aber man konnte sich nicht einigen auf eine Reihung und darauf, ob einer der beiden Vizepräsident wird. Es wurde mehrere Stunden heftig diskutiert. Ich wurde vom niederösterreichischen Verband vorgeschlagen."

Kein Nationalrats-Mandat

Da es offenbar keinen Gegenkandidaten gibt, ist die Absegnung am 19. Juni bei der Länderkonferenz in Villach nur noch Formsache. "Ich habe die Unterstützung von allen Bundesländern", stellt Schmidhofer klar. Und was wird aus seinem Nationalrats-Mandat für die ÖVP? "Die ÖVP hat viele Funktionäre in ganz Österreich, nämlich 40 Prozent. Die ÖSV-Präsidentschaft erfordert aber meinen vollen Einsatz, ehrenamtlich. Ich lege dann mein Nationalrat-Mandat zurück, damit ich mich voll und ganz der Aufgabe widmen kann", beteuert Schmidhofer politische Unabhängigkeit.

Zuletzt wurde auch darüber diskutiert, dass Alt-Präsident Peter Schröcksnadel aus dem Hintergrund weiter Einfluss auf den ÖSV nehmen wolle. Schmidhofer bestreitet das. "Er wird mit 19. Juni die Präsidentschaft abgeben und wird auch die Geschäftsführung in allen ÖSV-Gesellschaften zurücklegen. Ich brauche keine Einflüsterer, habe auch in der Wirtschaft sehr selbstständig gearbeitet. Ich hatte auch als Steiermark-Präsident keine Einflüsterer."

Ski-Heil zum Schluss

Bleibt nur noch die Frage, ob Schmidhofer wie Schröcksnadel 31 Jahre im Amt bleiben wird. "Das wird sich für mich nicht ausgehen", schmunzelt der 59-Jährige. "Eine Periode dauert drei Jahre, dann schauen wir, ob man mit dem Karl Schmidhofer zufrieden ist." Zum Abschied gab es vom neuen ÖSV-Boss noch ein zünftiges "Ski-Heil". Man darf gespannt sein, ob sich die aufgeheizte Stimmung im rot-weiß-roten Skiverband mit der Bestellung des neuen Präsidenten tatsächlich beruhigt.

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