Olympia kurios: Gold im Spucken, Sackhüpfen und Co.

Sackhüpfen war einmal eine olympische Disziplin.
Sackhüpfen war einmal eine olympische Disziplin.picturedesk.com
Die Olympischen Spiele in Tokio stehen vor der Tür. In wenigen Tagen kämpfen die weltweit besten Athletinnen und Athleten um die Medaillen.

Die Welt freut sich auf ein sportliches Spektakel – auch, wenn diese Disziplinen nicht mehr dabei sind.

Es ist das größte Sport-Event überhaupt: Die Olympischen Spiele! Am Freitag geht's in Tokio los. Doch neben Leichtathletik, Schwimmen, Reiten und Ballsportarten gab es noch einige weitere kuriose Sportarten, die lange Zeit Teil der Spiele waren.

Tauben-Schießen – und zwar lebendige

1900 fanden zum zweiten Mal die Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Und diese sollten noch spektakulärer und atemberaubender werden als die ersten, welche 1896 in Athen stattgefunden hatten. Deshalb ließen sich die Veranstalter etwas ganz Exklusives – allerdings auch Makaberes einfallen. Bei diesen Olympischen Sommerspielen mussten nämlich beim Taubenschießen 300 echte Tauben ihr Leben lassen. Das Ganze war so erschütternd und rief dutzende Tierschützerinnen und Tierschützer auf den Plan, sodass es in dieser Form nur ein einziges Mal durchgeführt wurde. Der Sieger der damaligen Spiele in dieser Disziplin war Leon de Lunden gewesen, der sich mit 21 Treffern Gold sicherte. Bei den heutigen Spielen wird nur noch auf Tontauben geschossen. Echte Tauben dienen jedoch als Friedenssymbol und werden bei der Eröffnungsfeier in den Himmel freigelassen.

Tauziehen

Vielleicht kennt es der ein oder andere noch aus der Schulzeit. Das Tauziehen gehörte von 1900 bis 1920 ebenfalls zu den skurrilsten olympischen Disziplinen. Acht Männer pro Team standen sich beim Tauziehen gegenüber und versuchten durch das Ziehen am dicken Seil, die gegnerische Mannschaft über die Markerlinie zu ziehen. Das amerikanische Team, das sich damals von den zwei antretenden Mannschaften Sieger nennen durfte, hatte allerdings mit Unterstützung aus dem Publikum gewonnen und wurde anschließend disqualifiziert. Und auch die Engländer betrogen beim Final 1908. Sie hatten ihre Schuhe mit Nägeln in den Sohlen präpariert und somit Gold geholt.

Seilklettern

Auch bei diesem Kraftakt ging es anspruchsvoll zu. Denn neben Geschwindigkeit zählte vor allem auch die Technik der Athleten, wie sie sich ihren Weg am Seil entlang nach oben bahnten. Die Disziplin war zweimal olympisch. Einmal bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 und dann noch einmal 1904.

Sackhüpfen

Was sich anhört wie ein Programmpunkt eines Kindergeburtstages, war tatsächlich ebenfalls einmal eine olympische Disziplin. Bei den Olympischen Spielen von St. Louis 1904 kämpften die Athleten um den Titel im Sackhüpfen.

Weitspucken

Und auch das Tabak-Weitspucken wurde bei diesen Spielen zur Eintagsfliege. Die Olympischen Spiele von 1904 tragen aufgrund ihrer kuriosen Disziplinen deshalb den Spitznamen der "Wilde Western Spiele."

Tonnenspringen

Eine der wohl kuriosesten Sportarten überhaupt war das sogenannte Tonnenspringen. Hierbei sprinteten die Athleten über eine Distanz von 400 Metern und mussten alle 50 Meter durch an Seilen aufgehängten Fässer springen. Das bedeutet, dass sie bis zum Ziel durch insgesamt sieben Tonnen springen mussten.

Kopfweitsprung

Auch der Kopfweitsprung war eine spannende, olympische Sportart. Hierbei starteten Athleten, ähnlich wie beim Synchronspringen, auf hohen Metertürmen und stürzten sich via Kopfsprung ins kühle Nass. Ziel war es, anschließend so weit es geht zu tauchen. Sieger wurde der Amerikaner William Dickey, der nach seinem Kopfsprung noch 19,05 Meter zurücklegte.

Pistolen-Duell

Auch das kriminell klingende Pistolen-Duell, das erneut Erinnerungen an den Wilden Westen in die Köpfe ruft, war einst eine olympische Disziplin. Allerdings nur bei den Zwischenspielen aus dem Jahre 1906. Natürlich schossen sich die Teilnehmer nicht gegenseitig über den Haufen – das wäre tatsächlich eine Spur zu brutal und nicht übereinstimmend mit den olympischen Werten. Stattdessen schossen die Athleten auf Gipsattrappen und das direkt in zwei Wettkämpfen. Einmal aus 30 Metern und einmal aus 20 Metern Distanz.

Interessant: Bei den Olympischen Spielen 1908, also zwei Jahre später, veranstalteten die Gastgeber und einige ausgewählte Teams einen Demonstrationswettkampf, bei dem die Athleten sich sogar tatsächlich duellierten. Allerdings bestand die Munition aus Wachs und die Sportler trugen speziell angefertigte Schutzanzüge.

Hindernis-Schwimmen

Auch das Hindernis-Schwimmen war eine Disziplin für sich. Wie beim Hürdenlauf mussten die Schwimmer im Wasser über 200 Meter Distanz Hindernisse überwinden. Sei es, das Überklettern von Booten oder das Untertauchen von Schiffen und am Ende das Hoch-Hangeln ihrer Körper an einer Stange. Gold sicherte sich beim Finale 1900 in der Pariser Seine der Australier Frederick Lane, der in 2,38 Minuten den Parcours überwand und als Erster das Ziel erreichte.

Kunst-Wettkämpfe

Ja, Sport und Kultur gehörten schon früher in gewisser Weise zusammen. So kam es, dass auch Kunstwerke von Teilnehmern eingereicht werden konnten. Die künstlerischen Wettbewerbe umfassten die Bereiche: Baukunst, Literatur, Musik, Malerei und Bildhauerei und waren von 1912-1948 Teil der Olympischen Spiele.

Einzel-Synchronschwimmen

Und zum Abschluss noch einmal eine Wasserdisziplin. Das Synchronschwimmen ist auch heute noch bei den Olympischen Spielen als Duett und Team-Disziplin mit dabei. Dabei führt das jeweilige Team, bestehend aus acht oder beim Duett aus zwei Personen, exakt die gleichen Bewegungen aus. Das Team, das am synchronsten performt, siegt. Soweit klar. Doch zwischen 1984 und 1992 gab es die Disziplin auch als Solo-Synchronschwimmen. Das bedeutet, dass eine einzige Person ihre Bewegungen mit Händen und Füßen genau parallel – also synchron ausführen muss. Jedoch wurde dieser Wettkampf nach den Spielen 1992 wieder eingestellt.

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