Wien: Forscher entschlüsseln Virus-Mutationen

Wiener Forschern gelang es, die Virus-Mutationen abzulesen, die hierzulande auftreten, was wesentlich für den globalen Vergleich und die Impfstoffentwicklung ist.

Österreichischen Forschern gelang ein erster Durchbruch in der Entschlüsselung der Struktur des Coronavirus. Die Ergebnisse wurden in frei zugänglichen Datenbanken veröffentlicht und sind für Forscher aus aller Welt verfügbar.

Um das Coronavirus zu verstehen und schließlich eine effiziente Medikamenten- und Therapie-Kultur zu entwickeln, muss man zunächst seine Struktur kennen und lesen können. Dazu muss man sie sequenzieren. Österreichische Forscher schafften es nun, erste Genome aus den Virusproteinen abzulesen. Bisher fehlte ein österreichischer Beitrag in der globalen Datenbank.

Infektionsketten auf molekularer Ebene nachverfolgen

Jetzt hat die Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Andreas Bergthaler und Christoph Bock vom CeMM-Forschungszentrum für Molekulare Medizin die ersten SARS-CoV-2-Proben untersucht und mittels Next-Generation-Sequencing-Technologie und einer Computeranalyse erfolgreich analysiert. Somit kann man Infektionsketten nachverfolgen und die molekulare Ebene der Virus-Mutation besser verstehen.

„Gemeinsam mit dem Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien haben wir eine Strategie entwickelt, um SARS-CoV-2-Genome rasch und effektiv zu sequenzieren. Unsere Analysen adressieren wichtige Themen, wie die Verfolgung von Infektionsketten, sowie ein besseres molekulares Verständnis der Entstehung von Virus-Mutationen und deren möglichen Einfluss auf den Verlauf der Pandemie und der akuten Atemwegserkrankung, die durch SARS-CoV-2 verursacht wird", sagt Bergthaler gegenüber Futurezone.

Mutationen als weltweites Phänomen

Die Genom-Analysen enthüllten sechs Veränderungen zum Virus, das ursprünglich in Wuhan isoliert wurde. Die Vergleiche zu anderen Ländern zeigen ähnliche Mutationen. Das bedeutet, dass das Virus sich in der Interaktion mit dem Menschen weiterentwickelt und schnell anpasst. Für Impfungen und Therapien ist dieses Wissen maßgeblich, um bei der Übertragung von Mensch zu Mensch treffende Therapieansätze zu entwickeln.

„Die Genom-Information von 1.000 Coronavirus-Proben wird ein klares Bild der Virus-Evolution in Österreich liefern und vergleichende Analysen im globalen Kontext ermöglichen. Dadurch wird dieses Projekt die laufenden epidemiologischen und klinischen Untersuchungen unterstützen und wichtige Informationen für die Bekämpfung der COVID-19 Pandemie liefern", sagt Bock, Leiter der Biomedical Sequencing Facility des CeMM.

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