Pfefferspray-Attacke auf Laibacher Bürgermeister

Der Laibacher Bürgermeister Zoran Jankovic ist Opfer eine Pfefferspray-Attacke geworden. Bei einem Protest in der slowenischen Hauptstadt wurde ihm am Donnerstag Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Trotzdem ist der Bürgermeister nach wie vor überzeugt, dass Ljubljana die schönste Stadt der Welt und auch eine sehr sichere Stadt sei, berichtete slowenische Medien.

Der Zwischenfall passierte am Donnerstag während einer Demonstration zur Unterstützung für die scheidende Führung der slowenischen Antikorruptionsbehörde, die vergangene Woche aus Protest geschlossen zurückgetreten war. Medienberichten zufolge versammelten sich rund 70 Protestler in Ljubljana, um die Unterstützung für die Korruptionsbekämpfer auszudrücken. Sie hatten auch Jankovic in einem Bericht ein negatives Zeugnis ausgestellt.

In der Altstadt trafen die Demonstranten zufällig den Bürgermeister, der sich dort während des Nikolausumzugs aufhielt. Ein Demonstrant soll Jankovic Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben, betroffen war auch ein Polizeibeamter. Nach dem Vorfall wurde der Bürgermeister mit der Ambulanz in die Uniklinik eingeliefert, später aber wieder entlassen. Die Facebook-Gruppe "Laibacher Aufständische" (Ljubljanski puntarji), die den Protest organisierte, distanzierte sich von dem Vorfall.

Jankovic gibt korruptionsbekämfern die Schuld

Am Tag nach dem Zwischenfall bezeichnete Jankovic die Tat als feige und verantwortungslos, berichteten die Medien. Die Ursache für den Angriff sieht er in einem Fernsehauftritt der zurückgetretenen Behördenmitglieder ein Tag zuvor. Der Stellvertreter des Behördenchefs hätte laut Jankovic im Fernsehen "die Menschen gegen den Bürgermeister von Ljubljana aufgehetzt“.

 
Der Laibacher Bürgermeister geriet ähnlich wie der frühere Ex-Premier Janez Jansa wegen verdächtiger Vermögensverhältnisse ins Visier der Antikorruptionsbehörde. In einem Bericht stellte diese im Fall von Jankovic fest, dass er die Herkunft von 2,4 Millionen Euro auf seinem Privatkonto nicht zufriedenstellend erklären könnte. Aus diesem Grund musste sich Jankovic im Frühjahr vom Vorsitz der aktuellen Regierungspartei Positives Slowenien (PS) zurückziehen und sich aus nationaler Politik verabschieden. Trotz Korruptionsvorwürfen behielt er sein Bürgermeisterposten.

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