Pilhatsch: Auf den Spuren von Rogan und Jukic

Caroline Pilhatsch greift bei der WM in Gwangju an! Wie ihre Ziele aussehen und warum sie mental so stark ist, erklärt die Steirerin im "Heute"-Talk.
Fast 20 Jahre ist es her, dass Markus Rogan, Maxim Podoprigora, Mirna Jukic und Co. einen Schwimm-Hype in Österreich auslösten. Bis 2011 sorgte das österreichische Team regelmäßig bei Großereignissen für Medaillen.

Nach dem Karriereende der erfolgreichen ÖSV-Stars wurde es im Becken allerdings ziemlich ruhig. Bis zum 15. Dezember 2018. An diesem Tag eroberte die damals 19-jährige Caroline Pilhatsch bei der Kurzbahn-WM in Hangzhou Silber über 50 Meter Rücken.



CommentCreated with Sketch.0 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Für die Steirerin war es erst das zweite Finale bei einem Großereignis. Nicht einmal sie selbst hatte mit einer Medaille gerechnet. "Es war eine Riesen-Überraschung, das Ziel waren die Top fünf. Ich bin einfach nur geschwommen und habe gehofft, dass es reicht", erklärt die Profisportlerin im „Heute"-Interview.

Jetzt könnte also ein neuer Schwimm-Hype folgen, schließlich zählen Mirna Jukic und Markus Rogan zu ihren großen Vorbildern. Bei der Langbahn-WM in Gwangju (Südkorea) möchte die Grazerin über 50 Meter Rücken (24. Juli) wieder ins Finale. Dort ist, wie sie selbst sagt, alles möglich. Erst Anfang Juni sorgte sie beim Weltcup in Monaco mit 27,85 Sekunden für einen neuen österreichischen Rekord.



Pillhatsch stammt mit fünf Geschwistern aus einer großen, sportlichen Familie. Vater Alexander schwamm 1984 und 1988 bei den Olympischen Spielen. Gemeinsam mit ihren Schwestern Sabrina, Victoria und Isabella begann Caroline als Kind mit der rhythmischen Gymnastik. Mutter Birgit war in dieser Sportart eine Größe und erreichte 1984 bei der Wien-EM Platz fünf mit der rot-weiß-roten Gruppe.

"Mit 11 Jahren habe ich rhythmische Gymnastik und Schwimmen noch gleichzeitig betrieben, aber irgendwann hat mir das Schwimmen einfach mehr Spaß gemacht", sagt Pilhatsch und so folgte sie gemeinsam mit ihren Brüdern Daniel und Stefan dem Ruf des Wassers.



Warum sie Spitzensportlerin werden wollte? "Das hat sich einfach über die Jahre entwickelt. Man fängt ja klein an. Zuerst hatte ich nur drei Mal die Woche Training. Aber irgendwann hat es Klick gemacht, da war ich etwa 13. Da wusste ich: Olympia ist mein Ziel."

Bereits nächstes Jahr hat die 20-Jährige die Chance, sich diesen Traum zu erfüllen. Da ihre Paradedisziplin 50 Meter Rücken aber nicht olympisch ist, feilt die Schwimmerin an ihrer Geschwindigkeit über 100 Meter Rücken. Der Vorlauf findet in Gwangju am 22. Juli statt.

Ihr Trainer Dirk Lange bezeichnet Caroline als „herausragendes Talent." Zudem besitzt sie eine enorme mentale Stärke. "Das stimmt. Ich kann bei großen Events relativ cool bleiben", gibt Pilhatsch zu. "Man darf sich da nicht zu sehr stressen. Im Finale ist alles offen, du musst an deine Grenzen gehen, 110 Prozent geben, konzentriert bleiben und dein Bestes geben."



Seit zwei Jahren absolviert die Steirerin die Ausbildung zur Polizistin. "Für uns Sportler bietet die Polizeischule richtig große Möglichkeiten. Wenn wir die Karriere an den Nagel hängen, wissen wir, was uns erwartet. Das beruhigt mich. Hundeführerin würde mich sehr interessieren, aber auch Kriminologie finde ich voll spannend."

Um ihre berufliche Zukunft muss sich die Vizeweltmeisterin also keine Sorgen machen. Dass der Schwimmsport in Österreich medial neben Fußball und Skifahren eher wenig präsent ist, stört die junge Athletin nicht: "Wir sind ja im Skisport sehr erfolgreich. Da schau ich selber gerne zu, für mich ist das vollkommen normal. Wir sind einfach eine Ski- und Fußballnation. Natürlich wünsche ich mir für meinen Sport mehr Aufmerksamkeit, aber man darf sich nicht beschweren. Es wird besser, wenn wir die Ergebnisse liefern."

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