Einen Monat ohne Plastik: Schaffe ich das?

Ist es möglich komplett oder fast ganz plastikfrei zu leben? "Heute.at"-Redakteurin Gudrun möchte sich dieser Herausforderung stellen.
Ich tippe auf meinem Computer, auf einer Tastatur aus Plastik. Ich mache mir Notizen mit einem Kugelschreiber aus Plastik. Währenddessen lade ich mein Handy mit einem Plastikladegerät. Meine Hände sind trocken und ich greife zu einer Handcreme in einer Plastiktube, um anschließend auch die Lippen mit einer extra Portion Pflege, einem Lippenbalsam in Plastikmontur, zu versehen. Ich nehme mir ein Stück Schokolade aus seiner Plastikverpackung. Ich merke, dass ich niesen muss und hole ein Taschentuch aus seiner Plastikhüle aus der Handtasche.

Eine Szene, wie sie unendlich fortgesetzt werden könnte. Wo auch immer man sich gerade befindet: Es wird meistens darauf hinauslaufen, dass unsere Umgebung und damit unsere Welt zum Großteil aus Plastik bestehen. Aber gibt es einen Schleichweg, der daran vorbeiführt?

Begriffe wie Klimapanik kommen plötzlich in Mode und ich erkenne (während ich selbst darüber schreibe), dass diese nicht nur eine Erfindung sind. Denn ist man einmal so weit fortgeschritten, richtig verinnerlichend zu erkennen, gibt es keinen Weg zurück mehr. Man kann das, was man über die Lage der Ozeane, der gesamten Natur und Tierwelt weiß, nicht ungeschehen machen.

CommentCreated with Sketch.7 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ich möchte nun meine Ausgangslage als Verbindungslinie zwischen zwei Ressorts hernehmen. Denn ich schreibe für Lifestyle und Klima - Bereiche, die im Alltag verbunden werden sollten. Mein Gewissen predigt mir schon lange weniger verschwenderisch mit den Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens umzugehen und der Einwegkultur den Rücken zuzukehren –zumindest so weit es Sinn macht.

Ab heute ist Plastik ein Monat lang tabu

Heute ist es jedoch so weit. Ich wage den Selbstversuch. Der erste Tag von einem Monat ohne Plastik beginnt. Ich bin aufgeregt und neugierig und erwarte mir von der Erfahrung Selbstbildung, brauchbare Erkenntnisse, eine erhebliche Müll-Reduktion und Suche nach möglichst vielen Alternativen zu Produkten, die ich auch nach dem Monat weiter verwenden möchte. Es soll der radikale Einstieg in einen langfristig nachhaltigeren, weniger am Konsum orientierten Lebensstil sein. Ich halte nicht viel vom seichten Sich-Heran-Tasten. Die Veränderung darf am Anfang auch ruhig Aufwand erfordern.

Im Vorhinein habe ich mir neben eingehender Internetrecherche auch den Lebensstil meiner Großeltern aus meinem kleinen Heimatdorf ins Gedächtnis gerufen. Ich möchte wissen, wo Plastik unnötig ist und wo man schwer bis gar nicht darauf verzichten kann. Es gibt natürlich durchaus Gebiete, wo Plastik sinnvoll ist - etwa wenn man ein Produkt lange Zeit verwenden kann und es nicht in die Umwelt abgegeben wird, auf keinen Fall jedoch bei Einweg-Utensilien.

Inzwischen werde ich den Supermarkt gegen verpackungsfreie Läden in meiner Umgebung tauschen. Gerade bereite ich mich, ausgerüstet mit Stofftasche und Glasbehältern, auf meinen ersten Einkauf in einem Unverpackt-Laden vor. Ich werde über das Monat meinen gesamten anfallenden Verpackungsmüll sammeln. Nächstes Wochenende melde ich mich mit einem Zwischenstand, Video-Tagebüchern und Fotostrecken.

Habt ihr Erfahrungen mit einem plastikfreien oder -reduzierten (oder überhaupt nachhaltigeren) Lebensentwurf gemacht? Hinterlasst gerne Tipps in den Kommentaren. (Ihr könnt natürlich auch gerne bei der Challenge mitmachen.)

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