Regierung beim Papst - Bures heute Kanzlerin

Über 80 Staats- und Regierungschefs, darunter Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann (S), waren dabei, als Papst Franziskus heute die Insignien der Macht erhält.

Das hat es noch nie gegeben: Montag flogen gleich vier der zehn hochrangigsten Politiker Österreichs zur heutigen Amtseinführung von Papst Franziskus. Angeführt wird die 29-köpfige Delegation von Bundespräsident Heinz Fischer - Österreich stellt die größte Delegation in Rom.

Bures heute Kanzlerin und Bundesräsidentin

Bemerkenswert: Bis zur geplanten Rückkehr in Wien Schwechat heute um 16.30 Uhr ist Infrastrukturministerin Doris Bures (SP) Staats- und Regierungschefin in Personalunion, also Fischer und Faymann gleichzeitig. Denn: Laut Artikel 64 und 69 der Bundesverfassung führt bei Abwesenheit von Präsident, Kanzler und Vizekanzler das dienstälteste Regierungsmitglied die Amtsgeschäfte - Bures ist seit sechs Jahren Ministerin.

Kurios: Eigentlich wäre heute Unterrichtsministerin Schmied dran, die weilt aber in den USA. Bures augenzwinkend zu Heute: "Es wird schon nichts passieren. Als Frau bin ich Doppelbelastungen gewöhnt."

Pallium & Fischerring

Bei der Messe zur Amtseinführung erhielt der neue Papst am Sonntag das Pallium und den Fischerring zum Zeichen seiner päpstlichen Macht.

Aus Brasilien war Präsidentin Dilma Rousseff, aus Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel und aus Mexiko Präsident Enrique Pena Nieto dabei. Auch der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, der Präsident der EU-Kommission Jose Manuel Barroso, sowie Spaniens Premier Mariano Rajoy waren dabei. Aus Frankreichkam Ministerpräsident Jean Marc Ayrault.

Adelshäuser vertreten

Aus Großbritannien wird Thronfolger Prinz Charles erwartet. Aus Spanien werden Königin Sofia und Thronfolger Prinz Felipe anreisen. Der belgische König Albert II. und Königin Paola nehmen ebenfalls an der Amtseinführung teil, begleitet von Ministerpräsident Elio Di Rupo.

Aufregung um Mugabe

Für Polemik sorgte der simbabwesische Präsident Robert Mugabe, der trotz eines EU-Einreiseverbots zur Amtseinführung des neuen Kirchenoberhauptes nach Rom reiste. Die Reise sei nicht vom EU-Einreiseverbot für den 89-Jährigen betroffen, da der Vatikan ein souveräner Staat sei, hieß es am Sonntag aus dem Präsidentenpalast in Harare. Das EU-Einreiseverbot gegen Diktator Mugabe gilt seit 2002. Dennoch reiste der umstrittene afrikanische Staatschef bereits 2005 über Rom zur Beerdigung von Papst Johannes Paul II. in den Vatikan. Im Mai 2011 nahm er dort an den Feierlichkeiten zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. statt.

Mugabe ist seit der Unabhängigkeit des früheren Rhodesien von Großbritannien im Jahr 1980 an der Macht. Ihm wird vorgeworfen, die einstige Kornkammer Afrikas in den wirtschaftlichen Ruin getrieben zu haben. Seit dem Jahr 2000 verschärfte die simbabwesische Staatsführung das gewaltsame Vorgehen gegen die Opposition, zwei Jahre später verhängte die EU Sanktionen.

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