Reifenplatzer beendet filmreife Hetzjagd an Grenze

Verfolgungsjagd in Wien
Verfolgungsjagd in WienHelmut Graf (Symbolbild)
Das Verbrecherduo war bereits zur Fahndung ausgeschrieben. Von Kufstein bis ins deutsche Rosenheim zog sich eine filmreife Verfolgungsjagd.

Die Polizeieinheiten zweier Staaten wurden in der Nacht auf Samstag von einem tschechischen Autoknacker-Duo auf Trab gehalten. Laut der Tiroler Polizei kam es am 1. und 2. Juli Millstatt, Matrei in Osttirol, Lavant, Innsbruck und Wattens zu Einbrüchen in geparkte Pkw. Gestohlen wurden darin abgelegte Wertgegenstände.

Rasche Ermittlungen lieferten Erkenntnisse, welches Fahrzeug von den Tatverdächtigen benutzt wurde. Dieser Pkw wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Und tatsächlich: Gegen 22.30 Uhr versuchte das Duo im grauen VW Golf die Grenze zu Deutschland zu überqueren. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, erzielte ein Abgleich des Kennzeichens mit dem europäischen Fahndungssystem den Treffer.

Verfolgungsjagd

Auf der A8 in Fahrtrichtung München sollte er angehalten werden, doch der Fahrer drückte aufs Gas. Mit stark überhöhter Geschwindigkeit flüchtete in Richtung Rosenheim. Beim Inntaldreieck "überholte der Flüchtende mehrere vor ihm fahrende Fahrzeuge halsbrecherisch und rücksichtslos auf dem Seitenstreifen", heißt es weiter. Schließlich fuhr er in das Stadtgebiet von Rosenheim ab, versuchte das Großaufgebot abzuschütteln.

Dort rammte er auch ein Polizeiauto, welches versuchte, ihm den Weg abzuschneiden. Die Beamten blieben unverletzt, am Dienstfahrzeug entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Daraufhin raste er mit 190 km/h die Inntalautobahn nach Österreich zurück, auch ein Polizeihubschrauber war mittlerweile aufgestiegen.

Grenzsperre

Die deutsche Bundespolizei errichte kurz vor der Grenze eine Straßensperre, welche der Lenker aber umfahren konnte. Bei der Straßensperre der österreichischen Polizei am Grenzübergang hatte er weniger Glück. Hier "gefährdete der Fahrer des VW Golfs das Leben der österreichischen Grenzkontrollkräfte, indem er die Anhalteversuche weiterhin rücksichtslos missachtete und die Grenzkontrolle durchbrach."

Der VW Golf wurde nun von der bayrischen Polizei, einem bayrischen Polizeihubschrauber und der österreichischen Polizei auf Tiroler Seite weiter verfolgt. Nur zwei Kilometer nach der Grenze hatte der Golf schließlich einen Reifenplatzer, der die Flucht abrupt beendete. Fahrer und Beifahrer, ein 45-jähriger Tscheche und ein 38-jähriger Landsmann, wurden festgenommen.

Da die Verfolgungsjagd in Deutschland ihren Ausgang nahm, wurden Fahrzeug und Verdächtige zurück nach Deutschland überstellt. Wegen den auf der Flucht begangenen Verkehrsdelikten ermittelt nun die Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein. Weitere Ermittlungen wegen der Einbrüche folgen durch das Landeskriminalamt Tirol. Nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wurde der 45-jährige Tscheche wieder auf freien Fuß gesetzt.

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