Rendi-Wagner hält strenge Rede am Parteitag in Tirol

Geschlossenheit. Das ist es, was SPÖ-Bundeschefin Rendi-Wagner von der Tiroler Partei einfordert. Zum Parteitag kam sie überraschend doch.

Wäre da nicht der "Horizontal"-Sager von Georg Dornauer gewesen, seine Nachfolge als Tiroler SPÖ-Chef wäre wohl reibungs- und aufmerksamkeitsärmer über die Bühne gegangen. Er ist schließlich der einzige Kandidat, der der bisherigen Parteichefin Elisabeth Blanik nachfolgen will.

Mehrfach entschuldigt

Doch er hat es gesagt. Als Reaktion auf die erkrankte grüne Landesrätin Gabriele Fischer fiel Dornauer ein: "Ich will mir die Landesrätin nicht in der Horizontalen vorstellen."

Das wurde als sexistisch gewertet und landesweit diskutiert. Dornauer entschuldigte sich in der Folge mehrmals, die Konsequenz, dass er deshalb von Bundeschefin Rendi-Wagner nicht in die Bundesgremien aufgenommen wird (wie sonst üblich), scheint er akzeptiert zu haben.

Denn auch beim Parteitag sagte Dornauer erneut: „Es tut mir leid, dass ich uns das durch meine Flapsigkeit eingebrockt habe. Es wird nicht wieder vorkommen."

Rendi-Wagner kam doch

SPÖ-Bundeschefin Pamela Rendi-Wagner, die zunächst aus terminlichen Gründen abgesagt hatte, reiste nun doch kurzfristig nach Innsbruck um dem Parteitag am Samstag beizuwohnen. Es gehe darum, "Klarheit zu schaffen", begründete sie ihren Sinneswandel.

Dem "Schorsch", wie Dornauer von seiner Vorgänger Blanik genannt wurde, sprach Rendi-Wagner in ihrer Rede Rückhalt aus und erbat das auch von den über 400 anwesenden Delegierten. Rendi-Wagners Rede drehte sich um Zusammenhalt und Geschlossenheit.

"Diese öffentlichen, medialen Diskussionen haben uns nicht genutzt", sagte sie im Bezug auf Dornauer und auch auf das Thema Sicherungshaft: "Sie haben uns im Bemühen um Geschlossenheit nicht gestärkt. Wir dürfen uns nicht in interne Debatten verstricken, sondern müssen Problemlösungen für die Menschen bieten."

85 Prozent

Da Dornauer sich der Wahl ohne Gegenkandidat stellt, war schon vor der Abstimmung klar, dass er der neue Chef der Tiroler SPÖ wird. Spannend war nur mehr, wieviel Rückhalt in Form von Stimmen er von den Parteimitgliedern tatsächlich bekam.

Am Nachmittag ging die Wahl schließlich über die Bühne: Dornauer bekam 85 Prozent der Delegiertenstimmen, 286 von 337 sagten ihm somit ihre Unterstützung zu. (csc)

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