Corona-Handshake: So begrüßt Jamal A. seinen Anwalt

Etliche Kamerateams und Fotografen - unter großem Andrang startete am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder Jamal Ali A. (33). Die Journalistn wurden streng kontrolliert, für den Anwalt gab's einen Handshake im Corona-Style.

Der Angeklagte Jamal Ali A. (33) soll im Oktober vergangenen Jahres in Leopoldschlag (Bez. Freistadt) ein Blutbad angerichtet haben. Wie bereits mehrfach berichtet, soll der Afghane nach einem Streit und anschließender Flucht zwei Menschen erstochen haben (es gilt die Unschuldsvermutung).

In einem Asyl-Wohnheim hat er laut Anklage versucht, den Betreuer David H. (32) die Kehle aufzuschneiden. Der junge Mann starb wenige Tage später im Spital. Das zweite Opfer, den in der Nähe des Heims wohnenden Altbauern Franz G. (63), soll er mehrmals in die Brust gestochen haben. Und das alles nur, weil er dessen Auto haben wollte.

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Am Mittwoch um 9 Uhr startete der zweitägige Prozess gegen den Beschuldigten am Linzer Landesgericht wegen zweifachen Mordes. Dementsprechend groß war das Sicherheitsaufgebot am Gericht in der Fadingerstraße. 

Hinzu kamen natürlich auch noch die bestehenden Covid-19-Bestimmungen. In Saal 61, dort wo die Verhandlung stattfindet, wurde die Anzahl der Sitzplätze deutlich heruntergefahren. 

Sämtlichen Anwesenden, ob Journalisten oder einigen wenigen Zuhörern, stehen nur extra markierte Plätze zur Verfügung. In vier Reihen sitzen jeweils nur vier Personen. Die beiden Plätze dazwischen sind mit Bändern abgesperrt. Damit ist auch der Sicherheitsabstand gewährleistet. Zudem tragen alle einen Mundschutz.

Vor dem Eingang kontrolliert

Auch für  mich, "Heute"-Redakteur Michael Prieschl, selbst erfahrener Gerichtsreporter, ist die Situation völlig neu. Schon am Eingang in den Saal wurde ich von einem Gerichts-Mitarbeiter angehalten und gefragt wer ich sei. 

Meinen Namen auf der Liste abgecheckt, durfte ich heinein. In der zweiten Reihe auf der Seite sah ich dann auch schon mein Namensschild.

Wenige Meter vor mir herrschte schon ein riesiger Andrang. Sechs Kamera-Teams und mehrere Fotografen warteten schon auf die Ankunft des Angeklagten.

Um 8.55 Uhr war es dann soweit. In Begleitung von fünf (!) Beamten kam Jamal Ali A. mit Mundschutz in den Gerichtssaal. Trotz der schweren Anschuldigen macht der Beschuldigte einen gelassenen Eindruck, lächelt bei einem kurzen Gespräch mit Star-Anwalt Wolfgang Blaschitz. 

Er will seinem Verteidiger sogar die Hand geben, bemerkt dann aber noch rechtzeitig, dass dies derzeit ja nicht erlaubt ist. So wird es ein Gruß mit der Faus auf den Unterarm des Star-Juristen. Dieser nimmt die Begrüßung mit einem Schmunzeln.  

Sohn verstorben

Was sofort auffällt: Nach mehr als einem halben Jahr wirkt der 33-Jährige, der zum Prozess in dunklen Jeans und grau-rotem Pullover erscheint, deutlich schlanker.

Noch vor dem Verlesen der Anklageschrift eröffnet der Afghane ein trauriges Ereignis. Wie er selbst sagt, verstarb während seiner Haft sein kleiner Sohn. Bedenklich: An die genaue Todesursache sowie den Todeszeitpunkt kann sich der Beschuldigte nicht mehr genau erinnern.

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