Rohes Gemüse ist nicht so gesund, wie ihr denkt

Eine neue Studie zeigt, dass Rohkost viele Bakterien in unserem Darm zerstören kann. Was der Darmgesundheit dagegen hilft, verraten die Forschenden.

Ein Salatteller hier, ein paar Karotten- und Gurkensticks da: Viele denken, dass sie sich und ihrer Gesundheit mit solchen Entscheidungen etwas Gutes tun. In Rohkost steckt schließlich die volle Ladung Vitamine und Mineralstoffe – und das kann ja nicht schaden, oder?

Die Ergebnisse einer neuen Studie von Forschenden der University of California deuten allerdings auf das Gegenteil hin: Das Team um den Mikrobiologen Peter Turnbaugh hat nämlich herausgefunden, dass das Knabbern von rohem Gemüse viele wichtige Bakterien unseres Darms zerstören kann. Und da das Mikrobiom eine immense Auswirkung auf unsere Gesundheit hat, kann das verheerende Auswirkungen haben.

Auf dem Speiseplan: Fleisch und Süßkartoffeln

In ihren Versuchen unterteilten die Forschenden Mäuse in vier Gruppen: Nager-Gruppe Nummer eins erhielt einen Teller rohes Fleisch, Nager-Gruppe Nummer zwei einen mit gekochtem Fleisch. Die Gruppen drei und vier erhielten je einmal rohe Süßkartoffeln und einmal gekochte.

Zu ihrer Überraschung fanden die Forschenden heraus, dass es für die Bakterien im Darm keinen Unterschied macht, ob die Mäuse rohes oder gekochtes Fleisch aßen. Ganz anders sah es beim Gemüseteller aus: Hier konnte das Wissenschaftsteam in den Mikrobiomen der Mäuse nämlich signifikante Unterschiede zwischen den roh-verdrückten Süßkartoffeln und den gekochten feststellen: nach dem Verzehr des rohen Gemüses waren nämlich plötzlich weniger Bakterien da.

Warum das so faszinierend ist? Weil schon minimale Veränderungen in der Zusammensetzung unserer Darmbakterien gesundheitliche Folgen haben können.

Mehr Müll, andere Gene

Aber nicht nur die Zusammensetzung der Bakterien war unterschiedlich. Auch bestimmte Gene, die bei Stoffwechselprozessen eine grosse Rolle spielen, waren je nach Teller "ein-" oder "ausgeschaltet". Das führte dazu, dass die vom Körper produzierten Stoffwechselprodukte (quasi die Abfälle unseres Körpers) beim rohen Gemüse schlechter aus dem Körper transportiert wurden.

Als das Team das gleiche Experiment mit einer Auswahl an Gemüse – darunter Kartoffeln, Mais, Erbsen und Karotten – durchführte, kamen sie zu den gleichen Ergebnissen. Also durften auch Menschen zum Verkosten ins Labor. Und siehe da: gleiches Ergebnis.

Langfristige Folgen noch unbekannt



Einer der Gründe für diese Veränderungen sei, so die Forschenden, dass viele rohe Gemüsesorten antimikrobielle Verbindungen enthalten, die wichtige Bakterienstämme in unserem Körper schädigen oder sogar abtöten könnten. "Wir waren außerdem überrascht zu sehen, dass die Unterschiede nicht nur auf einen veränderten Kohlenhydratstoffwechsel zurückzuführen sind, sondern auch von den in den Pflanzen vorkommenden chemischen Verbindungen angetrieben werden können", so Dr. Turnbaugh im Gespräch mit "Dailymail".

Wie immens die Auswirkungen sind, wenn man über Jahre Rohkost-Diäten hält oder andere restriktive Ernährungsformen, die viel ungekochtes Gemüse enthalten, durchzieht, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Vielleicht denkt ihr beim nächsten Mittagessen aber trotzdem an eure kleinen Bakterien, wenn ihr euch zwischen Gemüsepfanne und Salatteller entscheiden müsst.

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