Wucher-Lokal verlangt 430 € für zwei Teller Spaghett...

Abzocke? Ein Restaurant in Rom hat zwei Touristinnen eine extrem saftige Rechnung präsentiert, obwohl sie nur zwei normale Gerichte bestellt hatten. Offenbar kein Einzelfall.

Zwei Touristen aus Japan traf beim Begleichen der Rechnung fast der Schlag: Für zwei Teller Spaghetti mit Fisch und Wasser verrechnete das Restaurant nahe der Engelsburg in Rom saftige 429 Euro und 80 Cent. Die beiden Frauen beglichen die Summe zwar, posteten aber danach ein Foto der Rechnung auf Facebook und lösten damit eine hitzige Debatte unter den Usern aus.

Dabei ist allerdings festzuhalten, dass aus der Aufnahme nicht ersichtlich ist, was die beiden Japaner genau bestellt hatten.

Zusammen kommen Speis und Trank auf 349,80 Euro, zusätzlich aufgeschlagen wurde dann noch ein üppiges Trinkgeld von 80 Euro für die Kellner.

Das Restaurant wehrt sich: "Unsere Speisekarte listet die Preise klar auf. In dem Betrag inkludiert ist auch ein Fisch. Der Kunde wählt ihn an der Theke", so der Besitzer des Antico Caffe di Marte im Interview mit "Il Messaggero". Das Trinkgeld sei in jedem Falle freiwillig, betonen die Kellner.

Kein Einzelfall

Die beiden japanischen Touristen sind offensichtlich nicht das einzige Opfer der intransparenten Preisgestaltung des Lokals. Auch auf Tripadvisor häufen sich die Beschwerden: "Schlechtestes Restaurant", "Touristenabzocke", "Katastrophe".

Ein User schildert einen ähnlichen Fall. Er und seine Mutter hätten von einem der Kellner ein Fischgericht empfohlen bekommen, das mit 6 Euro in der Karte ausgeschildert war. In der Annahme, dass es sich um ein sehr kleines Gericht handelte, bestellte das Duo noch ein Steak dazu.

Pro 100 Gramm abgerechnet

Plötzlich standen aber zwei riesige Gerichte auf dem Tisch – für die schließlich 450 Euro in Rechnung gestellt wurden. Die Auflösung fand sich im Kleingedruckten: Die 6 Euro wurden pro 100 Gramm serviertem Fisch fällig. Nach heftigem Streit mit dem Kellner habe das Duo schließlich "nur" 263 Euro zahlen müssen, da es das Steak nicht angerührt hatte. Rechnet man retour, hätten die beiden Touristen bei diesem Preis mehr als 2 Kilo Fisch bzw. Meeresfrüchte auf ihrem Teller haben müssen.

Das Nachrichtenportal "Corriere" veröffentlichte eine Quittung des Users Minh Ngoc B, der Ende August das selbe Restaurant besucht hatte. Diesem wurden für eine gemischte Platte gegrilltem Fisch für zwei Personen gleich 315 Euro verrechnet. "Als wir uns über die Grillplatte bescherten, sagten sie uns, dass der Fisch 4,8 Kilo wiege. Wir sind uns sicher, dass es nicht einmal die Hälfte war", wird der verärgerte Kunde zitiert.

Betrug?

"Solche Fälle schaden dem Ansehen Roms. Wir fordern die Polizei auf, der Frage nachzugehen, ob es sich hier um einen Betrug handelt", reagiert ein Sprecher von Federagit, dem Verband der Reiseführer, auf den Bericht des "Messaggero". Es handle sich um inakzeptables Verhalten, das nicht nur reguliert werden, sondern auch als Straftat behandelt werden müsse, wettert auch Claudio Pica vom Tourismusverband Fiepet-Confesercenti.

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