Gesundheit

RS-Virus – immer mehr Kinder mit Atemproblemen im Spita

Eine starke RS-Viruswelle schwappt derzeit über Österreich. Für Säuglinge und Senioren sind Infektionen potenziell lebensgefährlich.

Jochen Dobnik
Derzeit sind extrem viele Kinder von einer Infektion mit dem RS-Virus betroffen.
Derzeit sind extrem viele Kinder von einer Infektion mit dem RS-Virus betroffen.
Getty Images/iStockphoto

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) führen Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) insbesondere bei Kleinkindern und Senioren derzeit vermehrt zu Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen. "Es ist keine Kurve mehr, sondern die Werte gehen senkrecht nach oben", so der Notfallmediziner Florian Hoffmann zur "Bild".

Infektionen können dabei entweder vollkommen ohne Symptome, mit leichten Atemwegsinfektionen bis hin zu einer schweren Erkrankung der unteren Atemwege ablaufen, bei der Betroffene auch künstlich beatmet werden müssen. Mediziner gehen davon aus, dass RSV indirekt durch Corona und die Lockdowns befeuert werde: Die Allgemeinbevölkerung sei nun anfälliger für das Virus geworden, deswegen habe RSV auch in diesem Jahr wieder stärker zu zirkulieren begonnen.

Daran erkennst du eine RSV-Infektion

Es ist nicht einfach, eine RS-Infektion von anderen Atemwegsinfektionen zu unterscheiden. Das Virus verursacht normalerweise erkältungsähnliche Symptome. Schnupfen, trockener Husten, Niesen, Halsschmerzen, Kraftlosigkeit, fehlendes Hunger- und Durstgefühl.

Das Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege in jedem Lebensalter und einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern.

"Wenn ein kleines Kind offensichtlich Schwierigkeiten beim Atmen hat, schnell atmet und insbesondere beim Ausatmen giemende Atemgeräusche hat, sind das Alarmsignale", erklärt der Kinderarzt Ulrich Fegeler dem "Focus". Giemen bedeutet, dass sich beim Atmen ein pfeifendes, knisterndes oder zischendes Geräusch zeigt. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass das Kind Nahrung oder Trinken verweigert oder erbricht.

Laut den Experten kann eine RSV-Infektion zu einer Bronchiolitis führen, einer Entzündung der kleinen Bronchien. Die Schleimhäute schwellen dann an, außerdem bildet sich Schleim, der dem Kind das Atmen erschwert. Sogar eine Lungenentzündung ist möglich.

Impfung in der Zulassungsphase

Bislang gibt es dagegen noch keine Impfung. Der britische Pharmakonzern Glaxo-Smithkline (GSK) hat hingegen erst kürzlich mit positiven Studienergebnissen Hoffnung auf die erstmalige Zulassung einer RSV-Impfung für Erwachsene/Senioren gemacht. Für diese Altersgruppe hat die Firma einen Impfstoff entwickelt, der sich in klinischen Studien bewährt hat und derzeit von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA auf seine Zulassung geprüft wird.