Runde Sache! Die neuen Amazon Echos im Test

Amazon hat seine Echo-Lautsprecher nicht nur optimiert, sondern gleich ganz neu gestaltet. Was die runden Soundkugeln können, hat "Heute" getestet.

1Der neue Echo

Kugelrund statt in Zylinder-Form: Amazon hat alle drei seiner Echo-Speaker, den Echo, den Echo Dot und neu den Echo Dot mit LED-Anzeige im 2020er-Look auf den Markt gebracht. Der große Echo ist nun weit niedriger als sein Vorgänger, nimmt beim Durchmesser mehr Platz ein. Der erste Eindruck: Schön! Das Sphären-Design sieht moderner und hochwertiger aus, passt sich aber gleichzeitig ebenso gut in alle Wohnungs-Umgebungen ein, wie es die Zylinder taten – und der Großteil der Materialien wurde recycelt. Der Echo ist in Textilstoff gehüllt, auf der Hinterseite kommt eine Kunststoffschiene zum Einsatz. Als Farben stehen Anthrazit, Blaugrau (Testgerät) und Weiß zur Verfügung. Der Preis beträgt 100 Euro.

Im Inneren wurde kräftig aufgerüstet, und das hört man. Zu finden sind ein nach vorn gerichteter 20-Millimeter-Doppel-Hochtöner und ein 76-Millimeter-Tieftöner. Das sorgt einerseits für verzerrungsfreien, klaren und nun wärmeren Sound, andererseits für mehr Bass, als ihn die Echos bisher bieten konnten. Auch Dolby Audio wird unterstützt – das war bisher fast nur den weit teureren Amazon-Geräten vorbehalten. Der Nutzer selbst muss übrigens keine Sound-Einstellungen vornehmen: Wurde der Echo an das Stromkabel gehängt und mit dem WLAN verbunden, analysiert er die Umgebung und passt den Klang automatisch an. Per Sprachbefehl "Alexa, spiele Musik" kann man Genre, Sender und alle anderen Musikinhalte ansteuern.

Bemerkenswert: Der Speaker reagiert nun schneller auf Befehle und versteht den Nutzer auch besser, wenn er leise redet. Statt nach oben strahlt der LED-Leuchtring nun blau nach unten, was optisch sehr edel aussieht. Die vier Aktionstasten stehen nun etwas aus der Oberfläche des Lautsprechers hervor – mit ihnen lässt sich das Mikro stumm schalten, die Lautstärke regulieren oder der Wecker schlummernd stellen. Praktisch: Neben Amazon Music lassen sich auch andere Dienste wie Spotify oder Deezer ansteuern. Ebenso schlau: Auf der Hinterseite findet sich eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, mir der man weitere Lautsprecher koppeln kann. Das geht alternativ auch drahtlos über die Alexa-App.

Neben seiner Funktion als Lautsprecher agiert der Echo auch als Smart-Home-Hub, der Lampen, Thermostate und Kameras steuern kann. Das ist ein Novum der Standard-Echo-Lautsprecher. Unterstützt werden die Verbindungen Bluetooth Low Energy (BLE) und ZigBee. Die getesteten Philips-Hue-Leuchten verbanden sich in wenigen Augenblicken und ließen sich danach ohne Probleme schalten, top! Auch einen Temperaturfühler gibt es. Insgesamt bietet der Echo in der neuen Version den größten Sprung aller bisherigen Echo-Generationen: Nicht nur das Design hat sich grundlegend verändert, auch hat Amazon dem Speaker neue Premium-Features spendiert. Besitzer der vorigen Generation können bedenkenlos zugreifen.

Fazit: Automatische Raumanpassung, Sphären-Design und Doppel-Hochtöner sorgen für satteren, wärmeren und basslastigeren Sound, der nur bei hohen Lautstärken ein klein wenig matt klingt. Für das kompakte Gerät gibt es ein "Sehr gut"!

2Der neue Echo Dot

Der kleinere Echo Dot kommt meist dort zum Einsatz, wo man entweder nicht den notwendigen Platz hat, oder die Sound-Qualität nicht im Vordergrund steht. Ob als Wecker oder Musik-Maschine neben der Dusche, für viele Nutzer ist der Mini-Lautsprecher bisher der Einstieg in die Smart-Speaker-Szene gewesen. Nun gibt es auch ihn im neuen, kugelrunden Design und in den Farben Anthrazit (Testgerät), Blaugrau und Weiß um 60 Euro. Während die Materialen dem großen Bruder Echo gleichen, sieht das Innenleben hier anders aus. Zu finden ist ein nach vorn gerichteter 41-Millimeter-Lautsprecher, aber kein Tieftöner, keine automatische Raumanpassung und kein Dolby Audio. Vorhanden ist allerdings die Audiobuchse des Echo.

Diese lässt sich anders als beim großen Bruder nur als Audioausgang und nicht als Stereoeingang nutzen, was beim kleineren Modell nicht weiter störend ist. Weitere Echo-Dots können drahtlos verbunden werden. Auch das Fehlen der Funktion, als Smart-Home-Hub agieren zu können sowie den Wegfall der eingebauten Temperaturmessung nimmt man zwar zur Kenntnis, all das erwartet man aber beim Echo Dot auch gar nicht. Ein kleiner Größen- und Gewichtvergleich: Während der Echo Dot neun Zentimeter hoch und zehn Zentimeter im Durchmesser misst und rund 300 Gramm schwer ist, kommt der große Bruder auf einen Kilogramm Gewicht bei einer Höhe von 15 Zentimetern und einen Durchmesser von 14 Zentimetern.

Auch beim Echo Dot ist der Sound gegenüber dem Vorgänger besser geworden, allerdings nicht so deutlich wie beim großen Bruder. Das liegt auch hier am nach vorne abstrahlenden Lautsprecher, dessen Klang durch die sphärische Bauform besser im Raum verteilt wird. Dass sich die Musik-Qualität aber nicht drastisch verbessert liegt daran, dass dem Echo Dot Tieftöner, automatische Raumanpassung und Dolby Audio fehlen. Bemerkbar macht sich das insgesamt beim Klang durch einen überraschend starken Bass, der manchmal sogar die übrigen Effekte zu sehr übertüncht. Abseits davon wirken jedoch hohe Lautstärken sauberer und kristallklar und der Klang insgesamt etwas wärmer.

Wer allerdings bereits die dritte Generation des Echos in der Eishockey-Puck-Form im Einsatz hat, muss sehr genau hinhören, um einen Unterschied zu erkennen. Beim Design zeigt sich der Unterschied dafür umso deutlicher: Der neue Echo Dot sieht einfach schick aus, im Dunkeln macht vor allem der nun nach unten strahlende LED-Ring eine tolle Licht-Stimmung. Was außerdem anspricht: Durch das einheitliche Sphären-Design aller Echos lassen sie sich auch gut in einer Wohnlandschaft nebeneinander aufstellen, ohne dass eines der Geräte deplatziert wirkt. Das war teils noch bei den Disc-förmigen früheren Amazon-Echo-Dots neben den Zylinder-förmigen früheren großen Amazon Echos der Fall.

Fazit: Das neue Kugel-Design des Echo Dot gefällt gut, er ist sauber verarbeitet und wirkt edel. Beim Sound ist der Unterschied zum Vorgänger aber kleiner als beim größeren Echo Dot ausgefallen und einige Funktionen fehlen. Macht ein "Gut".

3Der neue Echo Dot mit LED-Display

Der Echo Dot mit LED-Display entspricht mit Ausnahme des verbauten Displays eins zu eins dem zuvor getesteten Echo Dot, weshalb sich die Betrachtung nun ausschließlich auf diesen Punkt bezieht. Preislich liegt der Display-Dot mit 70 Euro zehn Euro über dem Standard-Top. Auch er kommt in den Farben Bluagrau und Weiß (Testgerät), allerdings nicht in Anthrazit daher. Wer sich also für ein Paket aus allen drei Lautsprechern entscheidet und eine einheitliche Farbgebung haben will, sollte das beachten. Nettes Feature: Wird der Echo Dot an den Strom angeschlossen, wird man am Display bei der Einrichtung von einem "Hallo" begrüßt.

In der Praxis zeigt sich das Einsatzfeld für das Display zwar begrenzt, den es spielt nur Anzeigen wie Uhrzeit, Wecker und Timer aus – dennoch ist es genau das, was dem Echo Dot bisher gefehlt hatte. Mit der neuen Anzeige wird der smarte Lautsprecher nämlich perfekt für einen Standplatz am Nachttisch oder in der Küche, denn verbleibende Kochzeit oder aktuelle Uhrzeit lassen sich auch ohne "Alexa"-Stimmbefehl nachlesen. Die Anzeige des Geräts selbst ist schön hell und ausreichend groß, um es auch aus großen Entfernung gut lesbar zu machen. Wer will, kann die Leucht-Zahlen zudem heller stellen, dimmen oder aber auch ganz abschalten.

Fazit: Die neue LED-Anzeige erweist sich in der Praxis als echtes Highlight, das dem kleinen Speaker bisher auf dem Nachttisch oder in der Küche gefehlt hatte. Daraus wird aus dem "Gut" des Modell-Bruders ein "Sehr gut" für den Echo Dot mit Display.
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