S. Walleczek: "Abnehmen heißt Genuss"

Mit ihrer "Walleczek-Methode" wurde die gebürtige Tirolerin über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Ihre Kochbücher zum Thema "Gesunde Ernährung" und "Abnehmen" sind beliebte Bestseller und ihre Rezepte im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Heute.at hat sich mit Sasha Walleczek zum Gespräch getroffen.

Mit ihrer "Walleczek-Methode" wurde die gebürtige Tirolerin über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Ihre Kochbücher zum Thema "Gesunde Ernährung" und "Abnehmen" sind beliebte Bestseller und ihre Rezepte im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Heute.at hat sich mit Sasha Walleczek zum Gespräch getroffen.

Ernährung umstellen und Wunschgewicht halten, ohne zu hungern - das sind die Prämissen der diplomierten Ernährungstherapeutin. Jetzt gibt es endlich die Fortsetzung der Erfolgsrezepte. Das neue Kochbuch "Die Rezepte aus den Abnehmkursen" beinhaltet knapp 50 neue Rezepte, mit denen Sasha Walleczek bereits ihre Teilnehmer bei den Kursen verwöhnt hat.

Die neuen Rezepte bauen wieder auf die bewährte und erfolgreiche "Walleczek-Methode". Die Gerichte sind einfach und schnell zubereitet, helfen beim Abnehmen und schmecken der ganzen Familie! Das Buch ist mittlerweile schon an der Spitze der Bestseller-Liste.

Heute.at hat sich mit Sasha Walleczek zum Gespräch getroffen. Dabei verriet sie, warum Abnehmen nichts mit Verzicht, sondern vielmehr mit Genuss zu tun hat und warum in unseren Breiten ein falsches Bild von Gewichtsverlust besteht. Zu guter Letzt offenbarte die Ernährungsexpertin auch, was ihr Geheimnis für tolles Aussehen und Idealgewicht ist.

Zur Autorin: Sasha Walleczek wurde 1968 in Kitzbühel geboren. Sie absolvierte das Studium der Wirtschaftswissenschaften, sowie eine Ausbildung am renommierten Institute for Optimum Nutrition in London. Seit 2004 betreibt sie eine eigene Praxis für Ernährungsberatung in Wien.

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Heute.at-Interview mit Sasha Walleczek

Heute.at: "Frau Walleczek, wie kam es zu dem Buch 'Die Rezepte aus den Abnehmkursen'?"

Sasha Walleczek: "Nun, ich habe vor rund eineinhalb Jahren begonnen, an der Therme Loipersdorf Kochkurse zum Abnehmen anzubieten. Die Resonanz war so groß - alle wollten die Rezepte haben. Da war's dann nicht weit zum nächsten Schritt - und ein paar Monate später war das Buch auch schon fertig."

Heute.at: "In Ihrem Buch spielt ja die Walleczek-Methode eine zentrale Rolle. Können Sie uns das Konzept kurz erklären?"

Sasha Walleczek: "Dabei ist zunächst einmal festzuhalten, warum sie so gut funktioniert - und zwar weil sie so einfach ist. Bei der Entwicklung war mir klar, dass man eine Essensform finden muss, die ohne komplizierte Regeln überall anwendbar ist. Und eine, die ins Leben passt, egal ob man viel unterwegs ist, Kinder hat oder vielleicht gar nicht kochen kann. Die Methode selbst ist daher auch schnell erklärt: Es gibt eine Handvoll Grundregeln, wobei jede einzelne wesentlich ist. Zum Beispiel öfters, dafür kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen. Oder Essen, bis man satt, aber nicht voll ist. Dann kommt bei Mahlzeiten noch die Faustformel zu Anwendung - das heißt, dass Eiweiße, Kohlenhydrate und Gemüse in einem ganz bestimmten Verhältnis stehen sollen."

Heute.at: "Bei den Rezepten in Ihrem Buch dreht sich alles um regionale und Bio-Lebensmittel. Was hat es damit auf sich, und wo ist der Zusammenhang zum Abnehmen?"

Sasha Walleczek: "Zunächst einmal finde ich, dass man heute auch den Ernährungsbereich nicht mehr ohne Nachhaltigkeit denken kann. Außerdem haben Lebensmittel, die nicht um den halben Erdball transportiert wurden, oft auch mehr Nährstoffe - und das schmeckt man. Dabei geht es auch darum, mit der falschen Vorstellung, dass Gesundes nicht schmeckt, zu brechen. Nahrungsmittel, die gut schmecken, sind nicht nur ein höherer Genuss, sie sättigen auch viel eher - diese Lebensmittel stopft man nicht maßlos in sich hinein, wie das bei jenen von minderer Qualität häufiger der Fall ist."

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"Hat Abnehmen etwas mit Verzicht zu tun?"

Heute.at: "Hat Abnehmen etwas mit Verzicht zu tun? Wie steht's um 'sich schlank Hungern'?"

Sasha Walleczek: "Das sind völlig falsche Vorstellungen. Abnehmen und der Verzicht auf Genuss sind zwei völlig verschiedene Dinge. Die Frage sollte nicht sein, wo man beim Essen "Kalorien sparen" kann - ich habe zum Beispiel keine Ahnung wieviel Brennwert die Gerichte in meinem Buch haben. Denn darum geht es auch überhaupt nicht. Der Schlüssel ist vielmehr, wie mir eine Mahlzeit soviel geben kann, dass ich satt bin. Satt und nicht voll, wohlgemerkt. Dazu ein Beispiel: Ich halte derzeit wieder Abnehmkurse an der Therme Loipersdorf. Zuletzt hatten wir zum Mittagessen Schweinsbraten mit Knödel. Und das als 'Diät'-Essen, wenn Sie so wollen. Alle die nicht mehr als einen Knödel gegessen haben, nahmen mit dieser Mahlzeit ab. Da kann mir keiner erzählen, dass das etwas mit Verzicht zu tun hat!"

Heute.at: "Eine Frage, die sicher allen unseren Lesern unter den Fingernägeln brennt: Frau Walleczek, wie schaffen Sie es, so gut auszusehen? Immerhin strahlen Sie ja förmlich und haben auch Idealgewicht. Was ist Ihr Geheimnis?"

Sasha Walleczek: "Da gibt es einmal etwas zu berichtigen: Ich 'schaffe' nichts, das klingt für mich negativ behaftet und nach Zwang. Ich esse das Beste, das ich mir vorstellen kann. So schmeckt es mir auch am besten. Das Gewicht? Das ist für mich ein schöner Nebeneffekt, aber nicht mehr. Das heißt also auch, dass ich auf nichts verzichte. Essen ist ein Teil unserer Kultur, besonders an den Feiertagen macht sich das bemerkbar. Da kommt dann - auch bei mir selbst - die '80/20-Regel' zur Anwendung: Wenn ich mich zu 80 Prozent maßvoll und gesund ernähre, dann kann ich auch zu 20 Prozent einmal ein bisschen über die Stränge schlagen. Das ist dann auch keine 'Sünde' oder etwas wofür ich mich schämen müsste, sondern eine Belohnung - und das ist voll okay."

Heute.at: "Abschließend möchten wir noch von Ihnen wissen, welche Rolle für Sie Bewegung und Sport beim Abnehmen spielen? In Ihrem Buch wird das Thema ja ausgespart."

Sasha Walleczek: "Nun, ich bin ausgebildete Ernährungstherapeutin und -beraterin, keine Sport-Beraterin. Aber Bewegung gehört zu einem gesunden Körper schon dazu. Zum Abnehmen wird Sport für mich aber nach überbewertet. Ich glaube, dass Menschen nur dann langfristig wirklich gesund sind, wenn sie sich regelmäßig bewegen - denn dafür ist unser Körper gebaut. Aber ich finde den derzeitigen Fokus auf Sport beim Abnehmen sehr frustrierend und kontraproduktiv. Man darf nicht vergessen, dass diejenigen, die Sport so stark empfehlen, meist relativ fitte Menschen, wie etwa Sportwissenschaftler und Trainer sind und daher bereits Spaß am Sport haben. Aber die Menschen, mit denen ich arbeite, sind müde und erschöpft, versuchen ihre Ernährung umzustellen und werden permanent vom schlechten Gewissen geplagt. Und zwar weil sie nicht nur schon wieder beim Essen 'gesündigt' haben, sondern außerdem zu wenig Bewegung machen, um das alles wieder 'abzuarbeiten'. Sport ist für sie entweder Qual oder überhaupt eine 'Buße' für begangene 'Ernährungssünden'. Doch so findet man nicht Spaß am Sport. Fürs Abnehmen ist die Ernährung wichtiger als der Sport. Ich finde es daher zuerst einmal wichtig, dass man die Ernährung in den Griff bekommt, weil dann die Energie steigt und man automatisch mehr Lust daran hat, sich zu bewegen. Ich weiß, dass man von Sport auch Energie bekommen kann, aber das stimmt nur für bereits fitte Menschen. Die 'Unfitten' werden von Sport anfangs noch erschöpfter - aber woher sollen die die Energie nehmen, wenn sie vorher schon gefehlt hat? Ich persönlich habe mir den Druck genommen, dass ich behaupte, ich mache überhaupt keinen Sport - ich habe Hobbys. Ich habe einen Hund, einen Garten, gehe regelmäßig Reiten und im Winter Schifahren. Das sind alles keine unangenehmen Verpflichtungen für mich, sondern ein Teil meines Freizeitvergnügens. Und seitdem ich mir auch erlaube, dass ich mich mal nicht bewege, wenn ich keine Lust dazu habe, mache ich plötzlich viel mehr Bewegung. Und zwar weil es ein Vergnügen und keine Pflicht ist - aber bis zu diesem Punkt kommen die meisten Abnehmwilligen gar nie. Der menschliche Körper ist dazu gedacht, täglich mehrere Stunden Bewegung zu machen - wenn das aber nur ein 'Muss' ist, dann wird's nie zum Vergnügen. Und so diszipliniert ist kein Mensch, dass er etwas über Jahre durchhält, was eigentlich keinen Spaß macht."

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